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Die kurze Vorstellung der unterschiedlichen Systeme zeigt, dass es für nahezu jedes mechanische Schließsystem an Maschinen, Anlagen und Schaltschränken eine „elektronifizierte“ Variante gibt. Der Anwender hat daher nicht nur die Wahl, was die Gestaltung und Funktion des Schließsystems anbelangt, sondern trifft auch die Entscheidung mit Blick auf die Steuerung des Systems.
Öffnungsberechtigung im Kfz-Schlüssel oder im Handy
So bieten die Smart-Open-Systeme von Burg zum Beispiel die Möglichkeit, Kfz-Schlüssel für die Schließfunktion oder Öffnungsberechtigung zu verwenden. Oder man benutzt einen miniaturisierten „Tag“, der in der Schale des Mobiltelefons Platz findet (Bild 4). Selbstverständlich können auch Transponderkarten zur Anwendung kommen.
Nicht nur die Montage und Bedienung der elektronischen Schließsysteme, auch die Inbetriebnahme ist ganz einfach. In der Regel erfolgt die Programmierung über eine separate Master-Karte. Wenn erst die Karte, dann der gewünschte Transponder an die Empfangseinheit gehalten wird, ist der Transponder für das individuelle Schloss aktiviert. Das heißt: Man benötigt keine zentrale Verwaltung und keine aufwendige Programmierung über einen PC. Der Anwender muss auch keine virtuellen Schließpläne aktualisieren und er benötigt nicht den Kundendienst des Schrank- oder Maschinenherstellers, um die Zugangsberechtigung zu verändern.
Externe 9-V-Versorgung bei leerer Batterie möglich
Die Hersteller solcher Systeme werden häufig mit der Frage konfrontiert: „Was passiert, wenn die Batterie leer ist?“ Bei den gängigen Systemen wird der Bediener durch ein mehrstufiges, gestaffeltes Warnsystem über eine nachlassende Batteriespannung informiert. Wenn er darauf nicht reagiert, reagiert das System mit einer Verzögerung.
Das Smart-Open-System von Burg geht dabei einen Schritt weiter: Der Anwender kann die Deckfolie der Empfangseinheit abziehen und dem System über eine externe 9-V-Zelle elektrische Energie zuführen, sodass die Tür mit dem authorisierten elektronischen Schlüssel geöffnet und anschließend die interne Batterie getauscht werden kann.
Betätigung des Schlosses dokumentiert auch den Bediener
Unternehmen, die bereits ein Zutrittssystem einsetzen, können die elektronischen Schlösser von Maschinen und Schaltschränken in diese Lösung integrieren und werden dies im Regelfall auch tun. Sie haben dann zum Beispiel den Vorteil, dass die Betätigung des Schlosses dokumentiert wird. Man kann also genau feststellen, wann und mit welchem Transponder eine Tür geöffnet wurde. Kleinere Unternehmen, die kein zentrales Zutrittssystem haben, werden sich hingegen für die einfachere Offlinevariante entscheiden, die ohne eine zentrale Verwaltung auskommt.
Angesichts der Sicherheits- und Bedienungsvorteile, die diese Systeme bieten, ist die Marktdurchdringung aber noch eher gering. In vielen Betrieben gibt es noch Vorbehalte gegen diese Lösungen, weil offenbar die Meinung besteht, dass Elektronik stets mit „kompliziert“ geichzusetzen ist. Das trifft nicht zu: Die Systeme sind nach dem Plug-&-Play-Prinzip implementierbar, leicht an vorhandenen Maschinen nachrüsten und einfach dem Bedarf anpassen. Wer also auf die zentrale Dokumentation der Zugangsdaten verzichten kann, ist mit einem solchen Offlinesystem bestens bedient.
* Marco Bliss ist Export-Manager bei der Burg F. W. Lüling KG in 58300 Wetter. Achim Lange ist Key Account Manager Schaltschränke im gleichen Unternehmen
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