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„Insbesondere bei großen Unternehmen, zum Beispiel bei Zulieferern der Automobilindustrie, gehören Fragen zum Energieverbrauch und umweltrelevante Fragen schon fast zum Standard“, weiß auch Dr. Stefan Hansch, Chief Executive Officer der Emco Maier GmbH in Hallein (Österreich), zu berichten. Problematisch werde es meist, wenn zusätzliche Maßnahmen Geld kosten und diese sich nicht innerhalb von einem Jahr amortisieren. Dann reduziere sich häufigt die Bereitschaft für zusätzliche Ausgaben. Doch der CEO ist zuversichtlich, dass sich diese Einstellung innerhalb eines kurzen Zeitraumes von ein bis zwei Jahren ändert.
Den Grundverbrauch der gesamten Werkzeugmaschine minimieren
Energiesparen an Werkzeugmaschinen sieht Hansch als komplexes Thema an, das sich nicht auf die Erfassung der Wirkungsgrade der eingesetzten Komponenten einer Werkzeugmaschine beschränke. „Aus unserer Sicht ist eine energetische Betrachtung des gesamten Fertigungsprozesses notwendig“, betont Hansch und ergänzt: „Unsere Denkweise heißt energy per piece.“
Den Einsatz von energieeffizienten Komponenten bezeichnet er als einen wichtigen Schritt. Er gibt aber zu bedenken, dass sie den Gesamtverbrauch an Energie für die Fertigung des Werkstückes nur in geringem Maße beeinflussen. Viel entscheidender sei die Minimierung des Grundverbrauchs der gesamten Maschine – insbesondere durch Abschalten von zeitweise nicht benötigten Verbrauchern.
Kürzere Fertigungszeit pro Werkstück steigert ebenfalls die Energieeffizienz
Der Fachmann aus Österreich empfiehlt als weiteren Hebel die Reduktion der Fertigungszeit pro Werkstück, weil sich bei mehr Output der Grundverbrauch auf mehr Werkstücke verteilt. Emco fasst die eigenen Maßnahmen unter dem Begriff Emcology zusammen, zum einen die Reduzierung des Grundverbrauchs der Werkzeugmaschine durch Zu- und Abschalten von Aggregaten je nach Bedarf sowie durch Senken der installierten Anschlussleistung, zum anderen die Senkung des variablen Verbrauchs durch gewichtsminimierte Achsen, Energierückspeisung, Erhöhen des Ausstoßes von Gutteilen und Verkürzen von Prozessketten durch Komplettbearbeitung.
„Der Markt beginnt, umzudenken und sich gegen eine Energiekostensteigerung zu wappnen“, beobachtet Christian Kircher, Leiter Steuerungstechnik der Starrag Heckert AG aus Rorschacherberg (Schweiz). Seiner Ansicht nach rückt die effiziente Energienutzung in der Produktion immer mehr in den Vordergrund. „Der Weg zur möglichst energieeffizienten Fertigung von Bauteilen geht über möglichst kurze Zykluszeiten“, betont Dr. Frank Brinken, Präsident und CEO.
Starrag Heckert setzt seine energieeffizienten Werkzeugmaschinen selbst ein
Das Unternehmen setzt seine energieeffizienten Maschinen auch in der eigenen Produktion ein. Das nutzt nicht nur beim Energiesparen. „Wir verfügen dadurch über ein ideales Testfeld, um auszuprobieren, wie sich der Energieverbrauch nachhaltig senken lässt“, sagt Brinken.
Das dabei gesammelte Know-how nutzt das Unternehmen auch bei der gezielten Beratung von Kunden in Sachen Energieeffizienz. Die Nachfrage nach derartigem Service will Starrag Heckert ankurbeln – beispielsweise mit einem für die EMO 2011 in Hannover angekündigten „Service-Assist-Value-Modul“ (SAM) zum Messen des Energieverbrauchs von Werkzeugmaschinen.
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