Energieketten sind in sehr vielen Anwendungen nutzbar und entsprechend vielfältig –die Hersteller Igus und Tsubaki Kabelschlepp bieten eine breite Palette spezialisierter Modelle an.
Mit der e-skin soft ESD bringt igus eine abriebfeste und ableitfähige Energiekette für Reinräume auf den Markt, die für mehr Sicherheit in der Chip- und Batteriefertigung sorgt.
(Bild: igus)
Je nach Anforderung müssen Energieketten ganz unterschiedlich aufgebaut werden - aus Kunststoff oder Metall, aus Einzelgliedern oder geschlossenen Schalen oder auch mit RFID-Schloss. Und manchmal müssen sie auch nur Kabel aufgeräumt aussehen lassen. Ein Überblick über die neuesten Entwicklungen und Anwendungen.
Igus: e-skin soft ESD für Reinräume
Mit der e-skin soft ESD bringt igus eine abriebfeste und ableitfähige Energiekette für Reinräume auf den Markt, die für mehr Sicherheit in der Chip- und Batteriefertigung sorgt.
(Bild: igus)
Mit der wachsenden Nachfrage nach Elektroautos sowie der zunehmenden Verbreitung von KI steigt auch der Bedarf an Lithium-Ionen-Batterien und Mikrochips. Da diese Technologien immer mehr Leistung bringen müssen, werden sie auch empfindlicher und stellen hohe Anforderungen an die Produktionsumgebungen. Mit der e-skin soft ESD bringt Igus jetzt eine neue Energiekette für Reinräume auf den Markt, die nicht nur abriebfest ist, sondern auch ableitfähig. Für Konstrukteure ist sie ein Gamechanger, da sie deutlich mehr Flexibilität und Platzersparnis bei der Energieführung von Leitungen ermöglicht.
Winzige elektrostatische Entladungen (Electrostatic Discharge, ESD) sind für das Auge nicht sichtbar, können aber in der Halbleiter- und Elektronikfertigung empfindliche Produkte beschädigen. Entsprechend wichtig ist es, dass alle Maschinenkomponenten, die in der Nähe dieser Produkte zum Einsatz kommen, einen ESD-Schutz haben. Doch das ist bei der Führung von Energie- und Datenleitungen keine Selbstverständlichkeit, da sie in der Regel nicht ableitfähig sind.
„Viele Konstrukteure realisieren spezielle Abschirmungen, die allerdings wertvollen Platz im Reinraum verschwenden“, sagt Kira Weller, Produktmanagerin E-Ketten und Reinraum-Expertin bei Igus. Eine ebenso unpraktische Alternative sei es, einen großen Abstand zum Produkt zu halten, was ebenfalls zu Platzproblemen führen kann. Um dieses Dilemma zu lösen, hat Igus eine neue Variante der reinraumtauglichen Energiekette e-skin soft entwickelt: die e-skin soft ESD, eine kompakte e-kette, die nicht nur abriebfest ist, sondern dank Additiven im Material auch ableitfähig.
Elektrostatische Aufladungen lassen sich über die Anschlusselemente ableiten, ähnlich wie bei einem Blitzableiter. Kira Weller: „Für Konstrukteure ist die neue Energiekette ein Gamechanger, da sie sich ohne zusätzliche Abschirmungen in der Nähe des Produkts einsetzen lässt.“
Platzsparende e-kette ermöglicht enge Biegeradien
Die e-skin soft ESD ist kompakt konstruiert und benötigt nur wenig Bauraum. Sie besteht aus einer Ober- und einer Unterschale, die ein geschlossenes Rohrgehäuse bilden, das Leitungen, Kabel oder Medienführungen sicher umschließt. Gefertigt ist sie aus einem hauseigenen Hochleistungskunststoff, der einen engen Biegeradius von 55 Millimetern ermöglicht. Die Innenhöhe variiert je nach Ausführung zwischen 20 Millimetern, 24 Millimetern, 28 Millimetern und 40 Millimetern, die Innenbreite zwischen 33 Millimetern, 48 Millimetern, 68 Millimetern und 85 Millimetern.
Eine weitere Besonderheit: Dank der ovalen Geometrie und einer definierten Steifigkeit kann die e-skin soft ESD, anders als herkömmliche Wellschläuche, auch freitragende Längen realisieren. Eine Führung wird somit überflüssig. Darüber hinaus erweist sich die Energiekette als besonders langlebig und erreicht eine Lebensdauer von mehr als 20 Millionen Doppelhüben.
Auf dem Weg zur höchsten Reinheitsstufe ISO Klasse 1
Die e-skin soft ESD wird strengsten Reinraumanforderungen gerecht. „Der Hochleistungskunststoff ist extrem abriebfest, so dass im Betrieb selbst bei schnellen Bewegungen keinerlei Partikel entstehen“, betont Kira Weller. Auch Partikel von den Leitungen können nicht nach außen gelangen, da sich die Ober- und Unterschale per Reißverschluss-Prinzip zu einem geschlossenen Rohr zusammenfügen lassen. „Das garantiert sowohl Reinraumtauglichkeit als auch eine schnelle Befüllung und Wartung der Leitungen“, so Kira Weller. Tests im hauseigenen Reinraumlabor in Köln, das gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) realisiert wurde, hat die neue Energiekette bereits mit sehr guten Ergebnissen absolviert. Die offizielle Zertifizierung wird in den kommenden Wochen erfolgen.
Igus zeigt RFID-Schloss für Module Connect
Mit dem neuen RFID-Schloss für das Module Connect-Stecksystem erhalten Industriebetriebe einen sicheren Zugriffsschutz für ihre Energieketten.
(Bild: igus)
In vielen Industrieanlagen können ungewollte oder unbeabsichtigte Eingriffe an Steckverbindungen zu Stillständen oder erhöhtem Serviceaufwand führen. Besonders betroffen sind dabei die Anschlusspunkte von Energieketten. Um diese Stellen besser zu schützen, stellt Igus eine neue RFID‑Lösung für das modulare Stecksystem Module Connect vor.
Stand: 08.12.2025
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Bei einem Lebensmittelhersteller streikt plötzlich die Verpackungsanlage. Der Bediener versucht im Stress eine Lösung zu finden. Er trennt die Steckverbindungen der Energiekette, obwohl er dazu technisch nicht befugt ist, und verursacht dadurch einen noch größeren Schaden. „Solche Eingriffe sind in vielen Betrieben ein ernstzunehmendes und teures Problem, da sie Stillstände und aufwendige Serviceeinsätze verursachen“, sagt Markus Hüffel, Produktmanager readychain und readycable bei Igus. „Viele Unternehmen wünschen sich daher eine einfache Möglichkeit, sensible Verbindungen besser abzusichern. Mit dem RFID‑Schloss bieten wir erstmals eine nachrüstbare Lösung, die genau hier ansetzt.“
Igus hat das Add-On speziell für die Energieketten-Steckverbindung Module Connect entwickelt. Das Schloss wird auf die vorhandene Module Connect-Schnittstelle aufgeclipst und lässt sich nur mit einer autorisierten RFID‑Karte öffnen. Die ersten Rückmeldungen aus Kundengesprächen fallen positiv aus, vor allem aufgrund der unkomplizierten Integration in bestehende Anlagen.
Kompakt, nachrüstbar und digital abgesichert
Das RFID‑Schloss besteht aus einem flachen Gehäuse und wird werkzeuglos montiert. Ein Metallbolzen verriegelt die Steckverbindung zuverlässig. Ein integrierter Mikrocomputer prüft, ob eine berechtigte RFID‑Karte vorliegt. Auf Wunsch sind alle Zugriffe protokollierbar, was hilfreich für Wartung, Dokumentation und Qualitätsprozesse ist und für mehr Transparenz im laufenden Betrieb sorgt.
Module Connect: Mit einem Klick 16 Leitungen stecken
Das modulare Stecksystem Module Connect ermöglicht es, mehrere Leitungen – von Bus- und Leistungsleitungen über Lichtwellenleiter bis zu Pneumatikschläuchen – in einer einzigen, klar strukturierten Schnittstelle zu bündeln. Anstatt viele Einzelstecker anzuschließen, entsteht ein übersichtliches Modul, das mit nur einem Handgriff verbunden werden kann. Unternehmen sparen so bis zu 80 Prozent Montagezeit und reduzieren Fehlerquellen deutlich.
Für diese Zeitersparnis sorgen die Kontaktelemente, die sich werkzeuglos per Klick im Gehäuse befestigen lassen. Mehrere Gehäuse sind flexibel zu einer individuellen Schnittstelle kombinierbar. Ein einziger Steckvorgang verbindet das gesamte System, sodass zahlreiche Leitungen – etwa 16 oder mehr – mit nur einem Handgriff sicher angeschlossen werden können. Fehlbelegungen und Verwechslungen sind praktisch ausgeschlossen, was den Dokumentationsaufwand erheblich reduziert.
Das flache, platzsparende Gehäuse ermöglicht außerdem eine hohe Kontaktdichte und eignet sich ideal für kompakte Maschinenräume. Unterschiedliche Leitungen werden in einem Modul statt über viele einzelne Stecker übersichtlich zusammengeführt. Jedes Gehäuse lässt sich dabei mit bis zu vier elektrischen, optischen oder pneumatischen Einsätzen bestücken, wodurch sich das System äußerst flexibel konfigurieren lässt. Dank der komplett werkzeuglosen Montage sind Umbauten und Erweiterungen schnell realisiert. Energie-, Daten- und Medienleitungen laufen klar strukturiert an einem zentralen Übergabepunkt zusammen, wodurch das modulare Konzept sowohl für kleine Maschinen als auch für große Anlagen optimal geeignet ist.