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Ergonomische Arbeitsplatzausrüstung

Ergonomie fördert die Leistungsfähigkeit

| Autor/ Redakteur: Susanne Weber / M.A. Frauke Finus

.Mit Blick auf den wachsenden Fachkräftemangel müssen Arbeitgeber zukünftigen Mitarbeitern einen Mehrwert bieten. Neben flexiblen Arbeitszeiten und einer gut ausgebauten Infrastruktur kommt es auf einen bestimmten Faktor an, wie neueste Untersuchungen zeigen: Ein attraktives und ergonomisches Arbeitsumfeld, in dem sich die Menschen wohlfühlen.

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Im Stehen steigt die Produktivität um bis zu 20 %. Nutzer von Sitz-Steh-Arbeitsplätzen behaupten, wacher, aufgabenorientierter und positiver zu sein.
Im Stehen steigt die Produktivität um bis zu 20 %. Nutzer von Sitz-Steh-Arbeitsplätzen behaupten, wacher, aufgabenorientierter und positiver zu sein.
(Bild: Dauphin)

Bei einer freigewordenen oder neu geschaffenen Stelle dauerte es im vergangenen Jahr durchschnittlich 102 Tage, bis Unternehmen einen passenden Kandidaten gefunden hatten. Diese Vakanzzeit stieg zuletzt kontinuierlich an, wie aus der Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit vom Dezember 2017 hervorgeht. Sieben Jahre zuvor blieben Stellen für Fachkräfte, Experten und Spezialisten im Schnitt lediglich 57 Tage unbesetzt. Die Folge: Die boomende Konjunktur hat in der Industrie einen schärferen Wettbewerb um neue und junge Talente entfacht.

Doch wie können sich Unternehmen auf dem beflügelten deutschen Arbeitsmarkt Vorteile gegenüber anderen Branchen und Mitbewerbern verschaffen? Fest steht, das Gehalt nimmt vor allem für junge Arbeitnehmer aus der Generation der Millennials oder der „Gen Z“ längst keine Schlüsselrolle mehr ein. Aus der repräsentativen Forsa-Umfrage „HIH Bürostudie 2016“ geht hervor, dass bei der Jobsuche zwei Drittel der Büroangestellten eine Stelle mit einem attraktiv ausgestatteten Arbeitsplatz einem besser bezahlten Job vorziehen würden. Gelingt es dem Unternehmen, die Menschen sowie ihre individuellen Bedürfnisse und Leistungsvoraussetzungen durch die Ergonomie in den Mittelpunkt zu stellen, schafft dies einerseits die Voraussetzung für eine attraktivere Stelle für den Bewerbungsprozess. Andererseits beschränken sich die positiven Effekte keineswegs nur auf die Personalsuche, sondern gelten vor allem auch für die bestehende Belegschaft.

Wohlfühlfaktor hat wesentlichen Einfluss auf die Produktivität

Denn fühlen sich die Menschen an ihrem Arbeitsplatz wohl, gewinnen die Betriebe nicht nur leichter neue, sondern vor allem produktivere Mitarbeiter, wie die diversen Studien des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) zeigen. Denn Beschäftigte in einer angenehmen Arbeitsatmosphäre arbeiten motivierter und sind um bis zu 36 % leistungsfähiger, so unter anderem der Office Excellence Check 2016 des IAO. Die ergonomische Gestaltung der Arbeitswelt, das geeignete Bürokonzept und die Zufriedenheit mit der Möblierung sind hierbei die drei wesentlichen leistungsfördernden Kernfaktoren.

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Ergonomieexperten haben erkannt, dass solch eine ganzheitliche Betrachtung erforderlich ist. Zukunftsorientierte Einrichtungslösungen sind flexibel und ergonomisch. Sie berücksichtigen auch Faktoren wie optimale Lichtverhältnisse, Klimatisierung und vor allem die Akustik. Damit dies gelingen kann, hat beispielsweise der Offenhausener Büromöbelhersteller Dauphin sein ganzheitliches „Solutions-Konzept“ für die ergonomische Gestaltung und Planung entwickelt. Es betrachtet nicht mehr einzelne Produktlösungen, sondern alle Unternehmensbereiche ohne starre Vorgaben. Denn letztendlich benötigt jeder Betrieb ein individuelles, aufeinander abgestimmtes Konzept. Nur so ist gewährleistet, dass die Einrichtung zum Unternehmen, seinen Mitarbeitern, der Unternehmenskultur und -identität sowie zur entsprechenden Branche passt. Im Trend liegen dabei vielseitige Tragrohrmöbelsysteme für eine multifunktionale Gestaltung in offenen Büroraumstrukturen. Sie sorgen für eine wohnliche Atmosphäre und ein ansprechendes Design. Akustik-Trennwände bieten den Beschäftigten visuellen Schutz und absorbieren den Lärm. Bei der Konzeption und Umsetzung finden Industriebetriebe, Geschäftsführer und Inhaber bei qualifizierten Fachhändlern mit einem umfangreichen Portfolio Unterstützung, um die Gestaltung hin zu einem angenehmen und produktiveren Arbeitsumfeld zu begleiten.

Die Arbeitsumgebung lässt sich verändern – der menschliche Körper nicht

Ein wichtiger Bestandteil der ganzheitlichen Betrachtungsweise ist der Blick auf das Sitz- und Bewegungsverhalten der Beschäftigten. Vor dem Hintergrund, dass 2016 knapp jeder vierte Fehltag der rund 29 Mio. gesetzlich Versicherten in Deutschland auf „Muskel-Skelett-Erkrankungen“ entfiel, gewinnt die Ergonomie hier als zentraler Produktivitäts- und Wettbewerbsfaktor maßgeblich an Bedeutung. Die entgangene Wertschöpfung durch krankheitsbedingte Ausfälle bezifferte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin auf rund 133 Mrd. Euro. Die eingeschränkte Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern, die beispielsweise mit starken Rückenschmerzen krank bei der Arbeit erscheinen, ist hierbei noch nicht berücksichtigt. Experten schätzen die zusätzlichen Einbußen durch arbeitsplatzbezogenen Schmerzsymptome und die daraus resultierende geringere Produktivität derzeit um ein vielfaches höher ein.

Daher steht eine individuelle, anpassbare Sitz- und Stehlösung für die Beschäftigten im Büro, in der Produktion und am Industriearbeitsplatz besonders im Fokus. Stundenlange Bildschirmarbeit, zeitintensive Tätigkeiten im Stehen und zu wenig Bewegung belasten den Körper. Schmerzen sind ganz typische physiologische Reaktionen darauf, dass der Mensch sich in einer künstlich geschaffenen Umgebung befindet, für die er eigentlich nicht geschaffen ist. Durch Ergonomie muss es daher gelingen, die Arbeitsumgebung an den Menschen anzupassen – und nicht umgekehrt. Denn das Muskel- und Skelettsystem ist seit Millionen von Jahren auf Bewegung trainiert.

Die Abwechslung für den Körper macht den Unterschied

Die Sitzmöbel selbst müssen für ein „Sitzen in Bewegung“ sorgen und zu regelmäßigen Haltungswechseln anregen. Das erhält die Leistungsfähigkeit der Bauch- und Rückenmuskulatur. Arbeitsmediziner fordern solch einen gesunderhaltenden, abwechslungsreichen Rhythmus aus 60 % Sitzen, 30 % Stehen und 10 % Bewegen während des Alltags. Um dies nicht nur in der Freizeit, sondern auch im Unternehmen realisieren zu können, kann beispielsweise ein höhenverstellbarer Tisch für mehr Stehzeiten sorgen. Hierbei kann die Wirbelsäule ihre natürliche Doppel-S-Form einnehmen. Dadurch werden die Bandscheiben mit ausreichend Nährstoffen versorgt. Das beugt Verspannungen, Schmerzen oder sogar Fehlhaltungen vor. Daher verwundert es nicht, dass sich Beschäftigte an Sitz-Steh-Arbeitsplätzen wacher, positiver und aufgabenorientierter fühlen, wie Umfragen gezeigt haben. Das hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Produktivität: So sind Nutzer im Stehen bis zu 20 % produktiver.

Doch das setzt einen regelmäßigen Wechsel der Haltungen voraus. Denn die komplette Arbeitszeit im Stehen zu verbringen, ist ebenfalls kontraproduktiv und ungesund. Um die Beschäftigten mit Blick auf ihr Sitz- und Bewegungsverhalten zu sensibilisieren, unterstützt beispielsweise die Dauphin-Gruppe die Unternehmen durch entsprechende Beratungs- und Dienstleistungsangebote wie der Ergonomieberatung. Hierbei werden die spezifischen Anforderungen der Betriebe sowie der einzelnen Arbeitsplätze vor Ort abgefragt und in die Planungen eines individuellen Büroraum- und Ergonomiekonzepts berücksichtigt.

Produktivitätsfaktoren trotzen dem Wandel der Arbeitswelt

Maximale Motivation, Leistung und Förderung der Gesundheit: Ein Großteil hängt vom Arbeitsplatz und vom Verhalten der Nutzer ab. Dank der Digitalisierung und dem Fortschreiten der Technik kann mittlerweile jeder selbst seinen eigenen Arbeitsplatz auf ergonomische Kriterien prüfen. Dazu zählen die Einstellung der Sitzmöbel und des Tisches sowie die Anordnung der Arbeitsmittel. Bereits wenige Zentimeter können hier über den Erfolg der Ergonomie im Unternehmen entscheiden. Digitale Helfer wie der 90 Sekunden-Arbeitsplatz-Check liefern nützliche Tipps zur Optimierung des eigenen Verhaltens und der Umgebung.

Der digitale Wandel der Arbeitswelt beschränkt sich jedoch längst nicht nur auf diesen Bereich. Robotik, digitale Vernetzung und E-Commerce: Das sind nur einige Schlagwörter, die Unternehmenslenker vor neue Herausforderungen stellen. Will die deutsche Industrie für sich weiter einen Führungsanspruch proklamieren, darf sie sich jedoch nicht allein auf die Produktivitätszuwächse durch die Industrie 4.0 verlassen. Der Faktor Mensch wird auch in Zukunft maßgeblich die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens beeinflussen. Ideenreichtum und Kreativität bleiben unverzichtbarer Bestandteil des eingeschlagenen erfolgreichen Weges. Doch um hierfür die notwendigen Talente zu gewinnen, beziehungsweise die qualifizierten Fachkräfte in den eigenen Reihen zu halten, muss den Unternehmen der Aufbau eines attraktiven Umfelds und einer angenehme Arbeitsatmosphäre gelingen. Dies steht nicht nur bei jungen Generationen hoch im Kurs, sondern schafft auch die Voraussetzung, dass sich die Menschen wohlfühlen – und mit einer höheren Produktivität zum Unternehmenserfolg beitragen.

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* Susanne Weber ist Ergonomieberaterin, Physiotherapeutin und Trainerin bei der Dauphin Human Design Group GmbH & Co. KG in 91238 Offenhausen, Tel. (01 72) 2 62 75 65, susanne.weber@dauphin.de

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