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Handhabungstechnik

Ergonomische Montage komplexer Pkw-Module im Minutentakt

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In einer Übergangsphase montiert Audi neue Modelle und Vorgängermodelle auf einer Linie. Das bedeutet, das neue Handhabungsgerät wird immer dann aus der Montagelinie gefahren, wenn ein Vorgängermodell des Audi A3 zu montieren ist. Wenn der Platz frei ist, fährt der Mitarbeiter das alte Handhabungsgerät in die Montagelinie.

Verzweigtes Deckenschienensystem mit Bahnhöfen, Parkplätzen und Übergabestationen

Weil die Cockpits etwa 60 kg wiegen, kommt auch bei Ausfall eines Handhabungsgeräts kein manueller Einbau infrage. Deshalb sind stets zwei baugleiche Handhabungsgeräte an der Montagelinie vorhanden. In der Übergangsphase sind es also vier Geräte, die betriebsbereit an der Montagelinie zu positionieren sind. Dazu baute Lissmac ein verzweigtes Deckenschienensystem mit Bahnhöfen, Parkplätzen und Übergabestationen, über die das jeweils benötigte Handhabungsgerät zur Montagelinie gelangt (Bild 3).

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Zur sicheren Aufnahme des Cockpits aus dem Heber führt der Werker die Positionierdorne des Greifmittels (Bild 4) in die Zentrierungslöcher des Teileträgers. Die eingefahrenen Positionierdorne geben das Cockpit frei. Dabei werden die Krallen, die das Cockpit im Teileträger halten, entriegelt. Jetzt betätigt der Mitarbeiter die Taste „Spannen“. Die seitlich unter den Positionierdornen paarweise angeordneten Aufnahmedorne fahren horizontal zum Cockpit und verriegeln es (Bild 4). Die beiden Gegenhalter des Greifmittels stützen das Cockpit an den Tunnelstützen von unten ab. So wird das Cockpit mit wenig Kraft spannungsfrei und sicher aufgenommen. Wiederum von den Positionierdornen geführt, zieht der Bediener das Cockpit kollisionsfrei aus dem Teileträger.

Der Bediener führt die aufgenommene Last praktisch schwerelos

Weil die pneumatische Z-Achse das Gewicht des Cockpits kompensiert und Reibradantriebe das Handhabungsgerät in der Längs- und Querrichtung bewegen, führt der Bediener die aufgenommene Last gegen die Montagerichtung praktisch schwerelos zur Einfahrposition. Zusätzlich wird automatisch das Anheben beziehungsweise das Absenken der Last durch den Pneumatikzylinder unterstützt. Der Mitarbeiter gibt den leeren Teileträger frei und das nächste Cockpit wird nach oben gefördert.

Während des Umschlags vom Heber zur Einbauposition schwenkt der Greifer mithilfe des seitlich installierten Pneumatikzylinders (Bild 1) das Cockpit automatisch nach oben in eine definierte Einfahrposition. Am Taktbeginn führt der Mitarbeiter das Cockpit durch den vorderen Türausschnitt in die Karosserie. Zuvor müssen alle Bremsen und die Reibradantriebe gelöst sein, damit sich das Handhabungsgerät auf dem Schienensystem frei bewegen kann.

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