Solarthermie Erste konkrete Projekte geben Desertec neuen Schub
Das Desertec-Vorhaben zur Erzeugung von Ökostrom in den Wüsten Nordafrikas nimmt immer mehr Gestalt an. Insbesondere in Marokko kommt die Desertec-Industrie-Initiative gut voran. Auch die Bundesrepublik Deutschland hat über die KfW-Bank mit einem Kredit über 100 Mio. Euro geholfen.
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Die Desertec-Vorhaben in Nordafrika sollen zunächst den Eigenbedarf decken und dann auch einen Teil des Energiebedarfs in Europa. Das Industriekonsortium Desertec-Industrie-Initiative (DII) will vor allem in den drei Ländern Marokko, Algerien und Tunesien Vorhaben für Strom aus Wind- und Solarenergie mit insgesamt 2,5 GW Kapazität umsetzen. Dabei geht es gerade in Marokko um konkrete Pilotprojekte in der Größenordnung von 500 MW.
„Marokko ist ein auch ökonomisch schnell wachsendes Land mit relativ stabilen politischen Bedingungen“, meint dazu Dr. Thorsten Marquardt von der DII: Da nach Europa bereits eine Stromverbindung besteht, existiert hier in Marokko und Spanien eine Win-win-Situation zwischen den Kontinenten.
Nordafrikas Wirtschaftswachstum erhöht auch den Energiehunger
Während Europa mit der Eurokrise kämpft, wird den nordafrikanischen Märkten ein erhebliches Wachstum prognostiziert. So wird beispielsweise in Marokko bis 2050 mit einer Verfünffachung des Strombedarfes im Vergleich zu 2010 gerechnet. Wird dieser Energiehunger mit fossilen Kraftwerken gedeckt, hat das die bekannten verheerenden Folgen für das Weltklima. Durch den Bau neuer Kraftwerke, die erneuerbare Ressourcen nutzen, und der Netzinfrastruktur kann Europas Wirtschaft innovative Impulse erhalten.
Bei der jüngsten Desertec-Konferenz der Industrieinitiative DII im Auswärtigen Amt in Berlin trafen sich Vertreter aus Industrie und Staatsverwaltung der Mittelmeerregion. Insbesondere die arabischen Mittelmeeranrainer waren mit Ministern unter den 400 Teilnehmern vertreten. Ein Tenor der Repräsentanten von den Staaten rund ums Mittelmeer war der Wunsch, eine Win-win-Situation zu schaffen. Marokko ist ein Schwellenland mit einem Wachstum über 5 %. In dem nordafrikanischen Land gibt es keine fossilen Rohstoffe.
Unterschrift Spaniens lässt noch auf sich warten
Regierungsvertreter Marokkos, Frankreichs, Italiens, Maltas und Luxemburgs waren nach Berlin gekommen, um gemeinsam mit Deutschland eine Absichtserklärung für ein erstes Desertec-Kooperationsprojekt zwischen EU-Mitgliedsstaaten und Marokko zu unterzeichnen. Diese wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, weil die Unterschrift Spaniens noch auf sich warten lässt.
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