Rollengewindetriebe ESA und SKF sind bereit für den Sturzflug aus dem Weltraum
Im November soll es nun endlich soweit sein, dann will die Europäische Weltraumbehörde ESA ihr „Intermediate eXperimental Vehicle“ ins All schießen. Beim Eintritt in die Atmosphäre muss sich die Raumfähre auf Temperaturen höher als 1000 °C gefasst machen. In diesem flammenden Inferno sollen zwei Steuerklappen den Gleiter sicher zur Erde zurücklenken, dafür sollen unter anderem spezielle Rollengewindetriebe von SKF sorgen.
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45 Jahre nach den berühmten Worten Neil Armstrongs „Es ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Satz für die Menschheit“ will die ESA Geschichte schreiben: Ihr Intermediate eXperimental Vehicle (IXV) soll den Europäern den Weg zu einer wiederverwendbaren Raumfähre ebnen. Damit diese ebenso bedeutsame wie schwierige Mission im wahrsten Sinne des Wortes „klappt“, verfügt die unbemannte Drohne an wegweisender Stelle über spezielle Rollengewindetriebe von SKF.
Im November soll das IXV von einer Vega-Trägerrakete auf eine suborbitale Reise katapultiert werden. 320 km oberhalb des Weltraumbahnhofs Kourou in Französisch-Guayana wird sich das mit Sensoren vollgestopfte Raumschiff von der Rakete lösen und weiter steigen – bis auf eine Höhe von rund 450 km. Von diesem Scheitelpunkt aus stürzt der rund zwei Tonnen schwere Flugkörper von der Größe eines Kleinwagens wieder zur Erde zurück. Dabei beschleunigt er auf ein Tempo von gut 27.000 km/h.
1600 °C bei 27.000 km/h – und die Raumfähre soll cool bleiben
Sobald das IXV mit dieser Geschwindigkeit auf die obersten Schichten der Atmosphäre trifft, bricht die Hölle los: Mehr als 20 Minuten lang muss der Hitzeschild Temperaturen von über 1600 °C standhalten, um zu verhindern, dass sich der ESA-Hoffnungsträger in einen „Meteoritenregen“ auflöst. Ebenso wichtig ist es, dass in diesem Inferno aus Hitze und Vibrationen die Steuerung des Raumfahrzeugs einwandfrei funktioniert: Lassen sich die erforderlichen Manöver nicht wie berechnet ausführen, drohen dem Gleiter die gleichen Konsequenzen wie bei einem unzureichenden Hitzeschutz.
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