Roadshow Medizintechnik Expertenwissen Medizintechnik auf den Punkt gebracht

Autor / Redakteur: Peter Reinhardt / Udo Schnell

Auf der einen Seite patientenspezifische Implantate in Losgröße 1, auf der anderen Seite kostenoptimierte, hochautomatisierte Prozesse. Fertigungsunternehmen in der Medizintechnik stehen vor großen Aufgaben. Wie sie diese bewältigen können, zeigte die Roadshow Medizintechnik für Metallzerspaner.

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Live-Fertigung auf der Roadshow: kurze Unterbrechung des Schruppens für ein Foto.
Live-Fertigung auf der Roadshow: kurze Unterbrechung des Schruppens für ein Foto.
(Bild: Reinhardt)

Die Herausforderungen sind enorm. Darin waren sich alle Referenten der Roadshow „Medizintechnik für Metallbearbeiter“, die die Fachmagazine MM-Maschinenmarkt und Device-Med im Juni an drei Standorten veranstaltet haben, einig. Sie reichen von der Bewältigung immer kleinerer Fertigungstoleranzen für immer filigranere Bauteile bis zur Herstellung patientenspezifischer Implantate in Losgröße 1.

„Dem gegenüber steht aufgrund des Kostendrucks der dringende Wunsch nach einem hohen Grad an Automatisierung – möglichst auf kleinem Raum. Denn Produktionsfläche ist wertvoll“, so Dr. Uli Sutor von DMG. Er ist noch vor wenigen Tagen in den USA gewesen und weiß zu berichten, dass dort zwar ein „Vor-Präsidentschaftswahlkampf-Boom“ zu spüren ist, mahnt aber, dass die von US-Präsident Obama eingeführte Steuer von 15 % auf Medizintechnikprodukte zur Finanzierung der Krankenversicherung eine enorme Belastung darstellt.

Zerspanungsprozesskette bietet gute Möglichkeiten zur Kostensenkung

Doch in der Zerspanungsprozesskette gibt es gute Möglichkeiten zur Kostensenkung. Enormes Potenzial hat zum Beispiel die Verlängerung der Werkzeugstandzeiten. Welchen Einfluss dabei die richtige Einstellung der Werkzeuge hat, macht Torsten Schulz von E. Zoller deutlich. Dank eines Voreinstellgerätes kann beispielsweise der Medizintechnikhersteller Stryker ein fünfschneidiges Wirbelwerkzeug für Knochenschrauben endlich prozesssicher so einstellen, dass tatsächlich alle fünf Schneiden im Eingriff sind. Ergebnis: Die Standzeit ist um 20 % gestiegen, die Rüstzeit um 15 min pro Operation gesunken. „Bei zwei Millionen Knochenschrauben pro Jahr eine spürbare Verbesserung“, so Schulz, der zudem auf eine deutlich bessere Teilequalität verweist.

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