Kantige Revolution

Vor 60 Jahren dämmerte in Deutschland die Zeit der Container herauf

< zurück

Seite: 2/2

Die Container sind ein Schlüsselfaktor zur Globalisierung

Der internationale Containerumschlag hat dann seit den 1960er-Jahren immer weiter zugenommen. Nach Zahlen der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung schlagen Häfen die Standardcontainer rechnerisch über 900 Millionen Mal pro Jahr um, wobei ein Großteil des Umschlags auf Asien entfällt. „Ohne die großen Effizienz- und Kostenvorteile des Systems Container wäre die Globalisierung der letzten Jahrzehnte nicht erfolgt“, macht der Wissenschaftler Lemper dabei klar. Ihm zufolge ist die Containerisierung – also die Verlagerung von Waren in Container – inzwischen aber weitgehend abgeschlossen. Nach 2-stelligen Wachstumsraten des Containerverkehrs in der Vergangenheit rechne er im Normalfall künftig nur noch mit jährlichen Zuwächsen zwischen drei und fünf Prozent. Aber obwohl die Containerisierung weitgehend abgeschlossen sei, veränderten sich dennoch die Einsatzmöglichkeiten derselben. Ein Beispiel dafür etwa ist, dass Unternehmen die Boxen zunehmend mit Ortungs- und Sensortechnik ausstatten. Als sogenannte smarte Container werden sie so zu Datenlieferanten. Ein Unternehmen, das smarte Container anbietet, ist die Reederei Hapag-Lloyd aus Hamburg. Deutschlands größte Container-Reederei hatte im August 2022 angefangen, Boxen mit der Technik auszustatten. Inzwischen können fast alle zwei Millionen Standardcontainer geortet werden. Die Reederei investierte über Jahre hinweg dafür einen 3-stelligen Millionenbetrag. Für das Geld hätte man auch ein Schiff kaufen können, wie ein Mitarbeiter anmerkt. Doch das geschah nicht zuletzt auf Kundenwunsch. Durch den Iran-Krieg boomen smarte Container regelrecht, weil die Ankunftszeiten exakter bestimmbar werden. Doch das kostet die Nutzer auch rund 13 Euro pro Box.

Dem Ort des initialen Ereignisses brachte der Container das Ende

Verändert sich der Welthandel, wandeln sich aber auch die Anforderungen an die Ausstattung der Container, wie der Konzern DSV mitteilt. Ein Beispiel sei der zunehmende Transport von Lithiumbatterien. Denn aufgrund des Gefahrenpotenzials dieser Art von Batterien, die derzeit aus vielen technischen Systemen nicht mehr wegzudenken sind, steigt auch der Bedarf an Containern mit integrierten Brandschutz- und Feuerlöschsystemen. Das Angebot sei aber noch überschaubar. Der Erfolg des Containers machte sich in den Jahren nach der Ankunft der „Fairland“ aber auch im Bremer Überseehafen bemerkbar. Die Containerisierung trug nämlich am Ort der Premiere dazu bei, dass der Hafen an Relevanz verlor. Und 1991 wurde der Überseehafen geschlossen, das Hafenbecken später mit Sand zugeschüttet. Dass die Ankunft des ersten Containerschiffes in Deutschland auch das Ende des Hafens bedeuten könnte, hätte vor 60 Jahren wohl kaum jemand gedacht. Auch die Folgen einer technischen Revolution sind eben nicht wirklich absehbar, wie auch das Beispiel des Personalcomputers und des Internet in puncto „Wissen“ von Experten und Zukunftsforschern gezeigt hat. Am besten wartet man ab, bis sich ein Trend erkennen lässt. Alles andere ist zerebrales Gewürfel oder lediglich ein guter Schuss Narzissmus!

(ID:50835425)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung