Kaizen/Poka-Yoke Flexibles Rundrohrsystem ermöglicht schnelle Änderungen in der Montage

Autor / Redakteur: Katharina Kern / Rüdiger Kroh

Der Motorenhersteller Deutz setzt auf Lean-Production-Methoden und verwirklicht Veränderungen in einer Kaizen-Werkstatt mitten in der Produktion. Aus einem Rundrohrsystem erstellen Mitarbeiter schnell und einfach Betriebsmittel, die den Montageprozess effizienter und ergonomischer machen und somit die Produktivität steigern.

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Bild 1: Mitten in der Produktionshalle bauen oder erweitern Mitarbeiter von Deutz täglich Betriebsmittel, um die Montage dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess entsprechend effizienter oder ergonomischer zu gestalten.
Bild 1: Mitten in der Produktionshalle bauen oder erweitern Mitarbeiter von Deutz täglich Betriebsmittel, um die Montage dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess entsprechend effizienter oder ergonomischer zu gestalten.
(Bild: Bosch Rexroth)

Um eine schlanke Produktion ohne Verschwendungen zu erlangen, setzt die Industrie auf moderne Methoden. Dazu zählen zum Beispiel KVP (kontinuierlicher Verbesserungsprozess), BVW (betriebliches Vorschlagswesen) und Kaizen (ständige Verbesserung). Im Idealfall befindet sich alles im Fluss, kontinuierlich und effizient, jederzeit ausgerichtet am Kundentakt.

Maschinen werden gemäß der Arbeitsfolge angeordnet

Die Maschinen werden gemäß der Arbeitsfolge angeordnet und nur jene Teile zugeführt, die tatsächlich für diesen Auftrag erforderlich sind. Das spart Produktionsfläche, reduziert den Lagerbestand und verringert die Durchlaufzeiten. Allerdings erfordern die prozessoptimierenden Maßnahmen nicht nur das richtige Management und zielorientierte Mitarbeiter, sondern auch flexible Systeme zur einfachen und schnellen Umsetzung von Optimierungsmaßnahmen.

Der Motorenhersteller Deutz setzt den Kaizen-Gedanken im Alltag um und überprüft seine Arbeitsweisen permanent auf Verbesserungsmöglichkeiten. Damit sich diese Überlegungen in den Köpfen der Mitarbeiter verankern, gibt es sowohl Schulungen als auch schnelle, praktikable Umsetzungsmöglichkeiten. Daraus resultieren sowohl Workshops als auch die Einrichtung der Kaizen-Werkstatt mitten in der Produktionshalle am Standort Köln-Porz.

Alle 90 Sekunden verlässt ein neuer Motor das Werk

Dort produziert das Unternehmen Motoren für verschiedene kundenspezifische Anwendungen. Sie werden beispielsweise in mobilen Arbeitsmaschinen, stationären Anlagen, in der Landtechnik sowie in Nutz- und Schienenfahrzeugen oder Schiffen eingesetzt. Das Produktionstempo ist hoch: Alle 90 Sekunden verlässt ein neuer Motor das Werk. Ein so kontinuierlich hoher Output ist nur möglich, wenn in der Produktion optimal gearbeitet wird. Und das bedeutet, sich kontinuierlich zu verbessern.

Die Mitarbeiter haben daher jederzeit Zugang zu einer Kaizen-Werkstatt mit Lager und Handwerksbereich, die zentral in der Motorenproduktion angeordnet ist. Das ermöglicht den einfachen Aufbau von Betriebsmitteln, um Optimierungsmaßnahmen schnell umsetzen zu können. Hinzu kommt eine kurze, nachgebaute Montagelinie für Testzwecke, um beim Ausprobieren der Optimierungsansätze den Produktionsprozess nicht zu stören.

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