Kunststoffzerspanung Fräszelle mit hängendem Roboter bearbeitet Kunststoff-Großteile

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Zur mechanischen Bearbeitung von Kunststoffteilen nach der Formgebung hat der Geschäftsbereich Automotive Component Systems (ACS) von Krauss-Maffei hat eine modulare Roboterfräszelle (Routing Star P) in Portalbauweise konzipiert. Die Robotersteuerung ABB IRC 5 ist mit einer Bedienoberfläche von Krauss-Maffei versehen.

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Diese Fräszelle ist mit einem Roboter in hängender Anordnung ausgestattet und eignet sich für großformatige Bauteile mit Abmessungen bis 3000 mm × 2500 mm x 700 mm. Aufgrund des leistungsstarken Fräsequipments lassen sich den Angaben zufolge auch faserverstärkte Kunststoffteile bearbeiten. Eine mobile Grundkonstruktion ermöglicht, die Fräszelle schnell und unkompliziert mit Kran oder Stapler zu verlagern. Die Robotersteuerung ABB IRC 5 ist mit einer Bedienoberfläche von Krauss-Maffei ausgestattet und ist offen für zusätzliche lineare Verfahrachsen.

Kaltmesserscoring – wirtschaftliche Alternative zum Laserschneiden

Zur Einarbeitung von Sollbruchstellen in Instrumententafeln setzt Krauss-Maffei als Werkzeug kalibrierte Kaltmesser. Sie sorgten für hohe Präzision und sehr gute Prozessbeherrschung. Die Bauteil- und Investitionskosten seien relativ niedrig. Das sogenannte Kaltmesser-Scoring sei eine präzise und wirtschaftliche Alternative zum Laserschneiden. Scoring-Anlagen von Krauss-Maffei ermöglichten daher eine präzise Wanddickenschwächung, zum Beispiel zur Einarbeitung von Sollbruchstellen für Airbags.

Stanzwerkzeuge, bestehend aus Schneidmesser und Schneidenmatrize ermöglichen ein faserfreies Beschneiden bei nicht gebundenen Vlies- und Textilwerkstoffen. Solche Materialien werden in der Automobilindustrie insbesondere zur Geräuschdämmung verarbeitet. Eine manuelle Stanzabfallentsorgung entfällt. Die Abfallstücke können automatisiert abgeführt und zentral gesammelt werden. Das Bauteil kann nach Angaben von Krauss-Maffei nacharbeitungsfrei entnommen werden. Kennzeichnend für das automatisierungsfähige Verfahren seien kurze Zykluszeiten, hohe Reproduzierbarkeit sowie niedrige Wartungs- und Instandhaltungskosten.

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