Insolvenz Galvanoform schließt zum 1. Juni

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Für die Galvanoform Innovative Technologies GmbH findet sich kein Investor. Der Betrieb wird damit zum 1. Juni kontrolliert heruntergefahren; den rund 65 Mitarbeitenden wird gekündigt.

„Ich bin mir darüber im Klaren, dass dies nicht die Nachricht ist, die sich die Mitarbeitenden erhofft haben“, sagt Dr. Dirk Pehl. „Wir sind rechtlich daran gebunden, uns an den Bedürfnissen der Gläubiger zu orientieren. Deshalb müssen wir diese Konsequenzen ziehen.“ (Bild:  Schultze & Braun)
„Ich bin mir darüber im Klaren, dass dies nicht die Nachricht ist, die sich die Mitarbeitenden erhofft haben“, sagt Dr. Dirk Pehl. „Wir sind rechtlich daran gebunden, uns an den Bedürfnissen der Gläubiger zu orientieren. Deshalb müssen wir diese Konsequenzen ziehen.“
(Bild: Schultze & Braun)

Im Zuge der Investorensuche hat es trotz intensiver Gespräche kein belastbares Übernahmeangebot für den traditionsreichen Hersteller von Präzisionswerkzeugen gegeben. Eine eigenständige Fortführung des Unternehmens ist jedoch wegen der anhaltenden Verluste aus dem laufenden Geschäftsbetrieb nicht möglich, zumal Ende Mai der sogenannte Insolvenzgeldzeitraum ausläuft und Galvanoform ab Juni wieder unter Vollkosten tätig sein müsste.

Dr. Dirk Pehl von der deutschlandweit aktiven Kanzlei Schultze & Braun, der vorläufige Insolvenzverwalter, hat daher keine andere Möglichkeit, als den Geschäftsbetrieb der Galvanoform mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Juni kontrolliert herunterzufahren und einzustellen. „Das ist natürlich eine schwere Entscheidung, die ich gerne vermieden hätte. Wir haben alles getan, was unter den gegebenen Umständen möglich war, um das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu erhalten. Leider hat die Investorensuche trotz intensiver Bemühungen kein positives Ergebnis gefunden“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter.

Es gab letztlich kein belastbares Angebot für eine Fortführung des Unternehmens. Ich muss deshalb die schwere Entscheidung treffen, den Geschäftsbetrieb nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens kontrolliert herunterzufahren und einzustellen.

Dr. Dirk Pehl, Insolvenzverwalter, Schultze & Braun

Der Insolvenzverwalter hat die Belegschaft der Galvanoform bereits über die aktuelle Situation und die nächsten Schritte informiert. Den rund 65 Mitarbeitenden muss nun gekündigt werden. „Ich bin mir darüber im Klaren, dass dies nicht die Nachricht ist, die sich die Mitarbeitenden erhofft haben“, sagt Dr. Dirk Pehl von Schultze & Braun. „Ich möchte mich dennoch bei allen Mitarbeitenden für ihren Einsatz in den vergangenen, sehr fordernden Wochen bedanken. Ich kann nachvollziehen, dass die Enttäuschung in der Belegschaft groß ist, auch wenn der Schritt aus wirtschaftlichen Gründen unabdingbar war.“

Unvorhersehbare und kurzfristige Umsatzrückgänge sorgen für wirtschaftliche Schieflage

Anlass der finanziellen Schieflage waren unvorhersehbare und kurzfristige Umsatzrückgänge durch die allgemeinen wirtschaftlichen Schwächen in den Branchen, in denen die Kunden von Galvanoform tätig sind, was sich negativ auf die Auftragslage auswirkte. Weitere Belastungen waren der erhöhte Wettbewerb aus China und Kostensteigerungen durch hohe Energie- und Rohstoffpreise. Die durch diese Kombination entstandene Liquiditätslücke konnte Galvanoform aus eigener Kraft nicht mehr schließen.

Leider haben sich die verschiedenen nachteiligen Faktoren zu einer wirtschaftlichen Gemengelage verdichtet, der selbst mit den Werkzeugen eines Insolvenzverfahrens nicht mehr angemessen begegnet werden kann.

Dr. Dirk Pehl, Insolvenzverwalter, Schultze & Braun

„Wir sind rechtlich daran gebunden, uns an den Bedürfnissen der Gläubiger zu orientieren. Deshalb müssen wir diese Konsequenzen ziehen.“ Die Aufgabe der Insolvenzverwaltung ist es auch, die Rechte der Gläubiger zu schützen, ihre Verluste so gering wie möglich zu halten und die Insolvenzmasse zu sichern, aus der die Forderungen der Gläubiger befriedigt werden – gerade, wenn ein Unternehmen trotz aller Bemühungen aus wirtschaftlichen Gründen nicht fortgeführt werden kann.

In den vergangenen Jahren sah sich Galvanoform mehrfach wirtschaftlichen Herausforderungen ausgesetzt, die bereits zu Insolvenzanträgen in den Jahren 2019 und 2022 geführt hatten.

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