Markt Iran

Geburt des neuen Marktes Iran

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AMB Iran als Export-Schlager

Um den Handel mit deutschen Maschinen in Richtung dieser Höhen in Schwung zu bringen, fand bereits im vergangenen Jahr die AMB Iran statt. Während 2016 eher ein Test für alle Beteiligten war, lagen die Erwartungen in diesem Jahr schon deutlich höher. Zumindest was die Organisatoren der Fachmesse für Metallverarbeitung angeht, wurden diese auch erfüllt.

Schon die Eröffnung durch den iranischen Minister für Industrie, Bergbau und Handel, Mohammad Reza Nematzadeh, wurde als Zeichen der Unterstützung gewertet – immerhin der erste Akt dieser Art bei einer nicht-staatlich organisierten Messe. Entsprechend groß war das iranische Medienaufkommen beim symbolischen Durchtrennen des roten Bandes und dem anschließenden Messerundgang. „Die Bedeutung, die das Ministerium in der AMB Iran für die lokale Wirtschaft sieht, bestärkt uns in unseren Bemühungen im Iran. Mit 202 Ausstellern, darunter 80 deutsche Firmen, aus insgesamt 17 Ländern trifft die iranische Wirtschaft hier auf den Weltmarkt. Sehr erfreulich ist daher, dass auch über 40 Unternehmen aus dem Iran auf der Messe ausstellen“ zeigt sich Ulrich Kromer, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, nach dem Rundgang zufrieden.

Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW, der als Veranstaltungspartner gemeinsam mit Kromer und dem Minister die Messe eröffnete, sieht trotzt aller bestehenden Probleme Fortschritte bei der Ankurbelung der Geschäfte. So könnten Werkzeugmaschinen, die nicht unter die Exportkontrolle fallen, ohne weiteres geliefert werden. Auch für gelistete Maschinen gälten weitgehend die üblichen Regeln für die Erteilung von Ausfuhrgenehmigungen.

Nur für Maschinen, die unter die nukleare Kontrollgruppe fallen, gestalte es sich aufwändiger, da die betreffenden Anträge durch eine weitere Instanz bei den Vereinten Nationen, den so genannten Procurement Channel, geprüft werden müssen. Schwierigkeiten gebe es laut Schäfer durch die fehlende Finanzierung und bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Sein Fazit jedoch fällt positiv aus: „Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie jedenfalls will den Iran als zuverlässiger Geschäftspartner begleiten und die iranischen Kunden beim Aufbau einer wettbewerbsfähigen Industrie unterstützen.“

Sehen die Aussteller der ersten Stunden im Iran das genauso? „Gemach, gemach!“, bremst Günter Isenmann, Verkaufsleiter und Prokurist bei der Erwin Junker Maschinenfabrik. Am üppig ausgestatteten Messe-Stand bremst er gleich zu Beginn des Gesprächs. Den Markt zu entwickeln werde sicher zwei bis fünf Jahre dauern. So lange würden einzelne Anwendungen im Vordergrund stehen. „Jetzt war erst einmal die Wahlentscheidung wichtig“, sagt er, Bezug nehmend auf die Wiederwahl des Präsidenten und Reformers Rohani und den damit ermutigenden Signalen für eine weitere Öffnung des Landes.

In einem Markt wie dem Iran die ersten zu sein, die vergleichbare Produkte anbieten, ist für Daniel Kemmler vom gleichnamigen Hersteller trotz der unklaren Absatzsituation Grund genug, mit einem Stand in Teheran vertreten zu sein und persönlich für Gespräche mit potenziellen Händlern zur Verfügung zu stehen. Motivierend für ihn ist eine Erfahrung aus dem fernen China: „Nachdem wir dort den lokalen Händler gewechselt hatten, ist das Geschäft nahezu explodiert.“ Entscheidend seien die Kontakte zu den richtigen Abnehmern. Daher suche er in Teheran einen Händler, der bereits Werkzeugmaschinen oder Präzisionswerkzeuge anbiete, sagt Kemmler. Allzu hohe Erwartungen habe er dabei nicht, denn auch er wisse, dass viele Werkzeugmaschinenhersteller noch Probleme mit den Ausfuhrgenehmigungen haben.

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