Markt Iran

Geburt des neuen Marktes Iran

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Einstieg in einen großen Markt

Der lokale Händler Aydin Hashemi, Takin Steel Machinery (TSM), der auch das französische Unternehmen Fives vertritt, ist nicht sehr hoffnungsvoll, dass es kurzfristig möglich sein wird, ein größeres Geschäft mit seinen Landsleuten zu machen. Er verweist neben den Finanzfragen vor allem auf die sehr speziellen Einsatzbereiche vieler Maschinen im Fives-Portfolio. „Jedes Jahr glauben wir, dass es besser wird, doch stattdessen sehen wir uns mit neuen Problemen konfrontiert. Doch wenn wir keine Hoffnung hätten, wären wir nicht hier“, sagt Hashemi und lächelt. Einen guten Einstieg in den als sehr groß empfundenen Markt könnte die Fräsmaschine in Gantry-Bauweise sein. Sie wurde speziell für Anwendungen der Bahnindustrie konstruiert und könnte die große Nachfrage nach Schienenbauteilen genauso befriedigen, wie die für Fahrgestelle und weitere Komponenten von Züge.

Mohammad Zeinalipour, Beauftragter für Wirtschaftsförderung in der Industrie- und Handelskammer Isfahan, berichtete vom steigenden Interesse europäischer Firmen am iranischen Markt. Der zu erwartende Technologietransfer sei wichtig, könne aber nicht alle Schwierigkeiten der Industrie im Land lösen. Bedeutend seien für die Zukunft vor allem die Ausweitung der starken Förderung von Ausbildung und fachlich spezifizierten Schulungen.

Dass Bildung die oberste Priorität hat, betont auch Akbar Ashurion, Vorsitzender der Vereinigung für Maschinen- und Anlagenbau, Lastkraftwagen und Zulieferer in Isfahan. Eine Zusammenarbeit zwischen Verbänden wäre erstrebenswert, genauso wie die Förderung eines universitären Austauschs zwischen dem Iran und Deutschland.

Der schweizerische Hersteller Tornos ist einer der wenigen, die bereits eine Maschine seit dem Fall des Embargos verkauft haben. Nicht nur für die Maschine für die Herstellung von Zahnimplantaten sieht der zuständige Verkaufsdirektor Arnaud Macabies einen großen Markt: „Der Markt hier ist sicherlich größer für uns als der deutsche oder der türkische.“ Auch hier hört man aus dem Gespräch keinen Druck: „Wenn wir hier verkaufen, ist das ein willkommenes Zubrot.“ Mit dem derzeitigen Händler sei man sehr zufrieden, ein Wechsel sei nicht geplant.

In einem Markt wie dem iranischen sind auch gebrauchte Maschinen sehr gefragt. Martin Kolodziejczyk kauft ganze Produktionsreihen auf und bietet die Maschinen hier im Iran an. Auf solch einer Messe muss man allerdings einen langen Atem haben. Bei der voran gegangenen Messe hat er fast 40 Anfragen mit nach Hause genommen. Nicht eine einzige ist zum Abschluss gekommen. Ganz häufig ist es die Finanzierung, an der es am Ende scheitert, sagt Kolodziejczyk. Er habe sich jetzt angewöhnt, das Thema direkt zu Beginn des Kennenlernens anzusprechen.

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