Markt Iran

Geburt des neuen Marktes Iran

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Vorwürfe in Richtung USA

In den Gesprächen mit europäischen Ausstellern ist ein Vorwurf immer wieder zu hören: „Die Amerikaner machen seit den Sanktionen das Geschäft im Iran und wir sind die Dummen“, lautet noch eine der harmloseren Formulierungen. Abgewickelt würden die Käufe über Georgien oder Dubai. Auch Ersatzteile von der Schraube bis zur Steuerung würden einfach über das Internet bestellt. Beweise für diese Aussagen bleiben zwar aus und auch bezüglich der Einschätzung der Regeltreue der unterschiedlichen europäischen Länder gibt es zum Teil auseinander gehende Einschätzungen.

Einigkeit jedoch besteht in der einen großen Hürde für eine gute Kooperation, dem Thema der Finanztransaktion. Auch mehr als ein Jahr nach dem Lockern der Sanktionen gibt es eine momentan noch nicht überwundene Hürde. Aussagen zufolge bereitet die Finanzierung auf Seiten der iranischen Partner keine Probleme. Auch in Deutschland und anderen europäischen Staaten begleiten zumeist kleinere Geldhäuser oder Kreissparkassen deutsche Lieferanten bei ihren Geschäften mit dem Iran.

Dennoch fehlen belastbare Verträge nach international gültigem Standard zwischen den Banken, um das Geschäft auf direktem Weg abwickeln zu können. Von einer gemeinsamen erfolgreichen Zukunft ist Younes Akbarpour Paydar, Vorsitzender der Vereinigung für Autoteile und Maschinenhersteller in Tabriz, überzeugt und berichtet über eine lange Geschichte von Joint Ventures zwischen deutschen und iranischen Firmen. Der Iran sei aus zwei Gründen ein attraktiver Standort für die Metallbearbeitung: Die zu erwartenden Kapazitäten sind sehr hoch und die Produktionskosten für den Nahen Osten angemessen. Als Vorschlag das Finanzproblem zu umgehen, schlägt er vor, quasi als Lohnfertiger zu fungieren: Deutsche sollen investieren und werden statt mit Geld mit den produzierten Teilen „entlohnt“. Ein Modell, das für wohl kaum einen der AMB-Iran-Aussteller Sinn machen dürfte, das aber zeigt, wie man vor Ort kreativ und pragmatisch versucht bestehende Probleme zu umschiffen.

Das zeigt auch das Beispiel eines westlichen Konzerns, der seit Jahren erfolgreich eine Anlage in Teheran betreibt. Zwar wäre am Anfang die Lernkurve für einige der vierzig iranischen Mitarbeiter unbequem gewesen. Nach einiger Zeit hätten sie jedoch „Spaß am Arbeiten bekommen. Jetzt sind wir mittlerweile so weit, konzernweit die besten Kennzahlen zu haben.“ Bezogen auf fehlende Ersatzteile sei Erfindungsgeist gefragt. Die Pönalen für eine stehende Anlage seien zwar nicht so hoch, wie anderswo, das Team sei aber mittlerweile so fit und würde sehr erfinderisch sein. Da wird auch schon mal eine Platine selbst gelötet, um die Anlage wieder schnell ans Netz zu bringen“.

Bleibt festzuhalten: Iran ist ein differenzierter Markt, auf dem Kamele keine tragende Rolle spielen – und die Abmachung ist erfüllt, lieber Koorosh Nadimi.

Hilfe beim Markteintritt Iran gibt es auch beim gleichnamigen MM Seminar, das nächste am 6. Juli 2017. Referent Dr. Thomas Wülfing gibt Hilfestellung von Finanzen über unterschiedliche Markteintrittsformen in Iran bis hin zur Gründung einer iranischen Gesellschaft (siehe auch Linkliste).

Mehr Informationen zum Embargo.

Seminar zum Markteintritt Iran.

Details zum o.g. Seminar.

Iran-Beratung

Deutsch/Iranische Außenhandelskammer

Informationen vom Auswärtigen Amt

Deutsches Sprachinstitut Teheran

MM

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