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Diese Entwicklung ist etwas Besonderes. Bei dieser Anlage handelt es um eine flexible KSS-Beistellanlage zur einfachen Nachrüstung von Zerspanungsmaschinen. Verschmutzter Kühlschmierstoff (Öl oder wässrige Emulsion) wird aus dem Maschinentank gesaugt und feingefiltert. Die Hochdruckpumpe realisiert stufenlos Drücke bis 80 bar bei einem Durchfluss bis 30 l/min.
Kühlschmierstoff erreicht bei 300 bar auch kleinste Bohrungen
Über verschiedene Ausbaustufen sind Hochdrücke bis 300 bar möglich. Damit können kleinste Bohrungen im Zerspanungsprozess abgebildet werden. Bis zu zehn schaltbare Leitungen führen den KSS-Hochdruck zurück in den Arbeitsraum der Zerspanungsmaschine. Alle Funktionskomponenten sind eingehaust, die kompakte Bauweise (130 cm × 60 cm × 110 cm) vereinfacht die Fertigungsintegration. Die Steuerung übernimmt eine SPS mit komfortabler Bedienerschnittstelle über Touchpanel für die Parametrierung.
Der größte Nutzen liegt jedoch in der Filtrationstechnnik und der Hochdruckerzeugung auf Basis einer druckgeregelten Hochdruckpumpe. So verfügt das Aggregat über einen automatischen Rückspülfilter mit permanentem Filtereinsatz, der sich selbst reinigt (Bild 3). Der Filter arbeitet somit ohne Verbrauchsmaterial.
Der Maschinenbediener entleert lediglich einen Spänekasten, Stillstandszeiten durch Wechsel des Filtermaterials entfallen. Das erhöht die Maschinenverfügbarkeit und senkt wesentlich die Betriebskosten. Aufgrund der automatischen Filtertechnik sind Filterfeinheiten bis hinab zu 20 μm sowie eine integrierte Nebenstromfiltration des Maschinentanks unproblematisch.
Schwer zerspanbare Werkstoffe gelangen in den Anwendungsfokus
Das Aggregat fand bereits am Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen Beachtung. Im Rahmen einer zweitägigen Technologierunde diskutierten Experten des WZL und des Werkzeugherstellers Sandvik Coromant mit einem Expertenteam von Müller Hydraulik über die Anwendungschancen der KSS-Hochdrucktechnik bei der Bearbeitung von schwer zerspanbaren Werkstoffen.
Ein weiteres Schwerpunktthema war die Wirtschaftlichkeit in der Hochdruckerzeugung. Am WZL der RWTH Aachen weiß man: Bei schwer zerspanbaren Werkstoffen führt die KSS-Hochdrucktechnik in Abstimmung mit den Schnittparametern und der Werkzeugbeschaffenheit zu einem deutlich verbesserten Spanverhalten.
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