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Kühlschmierstoffversorgung Gezielte Hochdruckkühlung mit mobilen Beistellaggregaten

| Autor / Redakteur: Matthias Wernert und Jürgen Müller / Josef-Martin Kraus

Mobile Beistellaggregate profitieren vom Trend zur gezielten Hochdruckkühlung der Schneide beim Zerspanen. Ausgerüstet mit Rückspülfilter und leistungsoptimierter Regelpumpe erhöhen sie effizient die Maschinen- und Werkzeugverfügbarkeit, wie Referenzprojekte zeigen. Das Optimierungspotenzial ist noch nicht ausgereizt.

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Der größte Nutzen moderner KSS-Beistellaggregate liegt in der Filtrationstechnik mit automatischem Rückspülfilter und der Hochdruckerzeugung mit druckgeregelter Hydraulikpumpe.
Der größte Nutzen moderner KSS-Beistellaggregate liegt in der Filtrationstechnik mit automatischem Rückspülfilter und der Hochdruckerzeugung mit druckgeregelter Hydraulikpumpe.
(Bild: Müller Hydraulik)

Die Kühlschmierstoff-Technik auf Drehmaschinen erfährt rasante Veränderungen. Der Trend geht weg von der konventionellen Überflutungskühlung mit Kühlschmierstoffen (KSS) und hin zur konzentrierten Hochdruckkühlung – dort, wo der Span entsteht. Zudem werden typische Fremdvergaben – zum Beispiel das Tieflochbohren – zunehmend auf konventionellen Drehmaschinen realisiert.

Kühlschmierstoff-Hochdruck steigert Produktivität in der Zerspanung

Der Grund dafür ist allgegenwärtig: Steigender Wettbewerbsdruck verlangt effiziente und nachhaltige Verbesserungen in der Produktivität und der Prozessgestaltung. Die klassischen Stellhebel „Drehzahl“ und „Vorschub“ reichen dafür allein nicht mehr aus. In der Zerspanungstechnik blickt man nun auf die neuen Möglichkeiten der Bearbeitung mit KSS-Hochdruck (Bild 1 und 2 – siehe Bildergalerie).

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Spricht man beim Zerspanen über KSS-Hochdruck, ist in der Regel ein Druck von 70 bis 120 bar gemeint. In der Medizintechnik liegt er auch „gerne“ darüber. Bei Müller Hydraulik, Villingendorf bei Rottweil, wurden die Potenziale des KSS-Hochdrucks schon vor Jahren erkannt. Sie werden mittlerweile mit den Hochdruckaggregaten der Marke Combiloop umgesetzt. Heute ist der Spezialist für Hochdrucktechnik bei Kühlschmierstoffen ein führender Systemlieferant für internationale Maschinenbauer wie Citizen Machinery mit dem europäischen Hauptstandort Esslingen am Neckar.

Werkzeugstandzeit beim Drehen wurde mehr als verdoppelt

Die Potenziale der KSS-Hochdrucktechnik in der Zerspanungstechnik sprechen für sich: Bessere Oberflächenqualitäten, engere Toleranzen und die Anwendung von Bearbeitungsprozessen wie das Tiefbohren auf herkömmlichen Drehmaschinen und Bearbeitungszentren werden möglich. Ein kontrollierter Spanbruch sowie eine stete Schneidenkühlung und -schmierung verkürzen die Prozesszeiten und verlängern die Standzeiten der Werkzeuge.

Die Hochdrucktechnik erhöht somit die Werkzeugverfügbarkeit und steigert die Produktivität. So hat sich die Werkzeugstandzeit beim Drehen mehr als verdoppelt. Beim Bohren wurden vom Automobilzulieferer Leibold & Amann, Wellendingen-Wilflingen, nach Angaben des technischen Leiters Michael Leibold sogar eine Standzeitverlängerung bis auf das Vierfache gemessen. Der Zulieferer, der seit dem Jahr 2003 mit KSS-Hochdruckaggregaten von Müller Hydraulik arbeitet, fertigt Hochpräzisionsdrehteile. Er hat nun einen Großteil seines Maschinenparks mit der jüngsten Aggregatversion Combiloop CL3 nachgerüstet (Bild 3).

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