Kongress Intelligenter Produzieren Globale Märkte lassen sich nur gemeinschaftlich erobern
Maschinenbauer, die auf dem Weltmarkt erfolgreich sein wollen, brauchen eine besondere Produktionsstrategie. Der Grund: Globale Märkte lassen sich nur gemeinschaftlich im Netzwerk vor Ort erobern. Dies war die Botschaft des dritten VDMA-Kongresses Intelligenter Produzieren.
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Intelligenter Produzieren – so lautet der Titel der erfolgreichen VDMA-Kongressreihe. Doch es geht dabei nicht nur um Tipps und Tricks zum cleveren Herstellen. „Ich bin davon überzeugt: ´Intelligent Produzieren´ meint auch mehr Miteinander im Ausland“, sprach VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner Klartext. „Das Ganze kann eben auch auf den Weltmärkten mehr sein als die Summe seiner Teile.“
Kooperationen im Ausland bringen Erfolg
„Wir brauchen eine sehr starke lokale Vernetzung“, empfahl Prof. Dr.-Ing. Engelbert Westkämper, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart. Er wies darauf hin, wie abhängig vor allem im Ausland Fabriken von ihren lokalen Zulieferern und lokalen Dienstleistern (dazu rechnet er auch die Behörden!) sind.
Sein Fazit: „Die Vorteile eines hervorragenden lokalen Umfeldes sind wesentlich höher als etwa die finanziellen Unterschiede bei den Löhnen.“ Das nötige Miteinander sollten Firmen aber schon einmal vorab „üben“. Westkämper: „Unternehmen müssen hier schon den Schulterschluss üben, um auch im Ausland stärker zu kooperieren. Die regionalen Netzwerke entscheiden nämlich künftig über den Erfolg der Fabriken im Netzwerk.“
Baden-Württemberg als ideale Region zum Netzwerken
Der Professor aus Stuttgart bezeichnete die Region Baden-Württemberg als ein ideales Umfeld zum Netzwerken, weil es gerade dort eine Vielzahl der dazu nötigen Firmen gebe. Aus der netzwerkfreundlichen Region, exakt aus Göppingen, kam Dipl.-Ing. Joachim Beyer, der aus dem Blickwinkel des Vorstandsmitgliedes des Pressenherstellers Schuler AG dessen Chinastrategie beleuchtete.
Dabei räumte er mit dem oft gehörten Gerücht auf, dass chinesische Autohersteller im Karosseriebau vor allem auf einfache, teilautomatisierte Presswerkstechnik setzen. Beyer: „Wir mussten mehrfach feststellen, dass wir keine Aufträge mit abgespeckten Versionen nach dem Motto ´just enough´ generieren konnten. Der Automarkt ist nämlich ein absoluter Hightechmarkt.“ Bis zum Jahr 2009 hat Schuler übrigens 633 Hightechpressen in China installiert.
Maschinenqualität spricht sich in China schnell herum
Mit dem Verkauf allein sei es allerdings nicht getan: Die Kunden in Fernost erwarten kompetentes Troubleshooting, schnelle Ersatzteilversorgung, Anlagenmodernisierung (Refitting), Training und Prozessoptimierung. Alles in allem sei exzellente Qualität und Leistung sehr wichtig, denn „China ist bezogen auf das Funktionieren von Anlagen ein Dorf“. Wenn nämlich eine Presse schlecht oder sehr gut arbeite, spreche es sich in diesem gigantischen Land unter den Spezialisten sehr schnell herum.
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