Automatisierung

Harting weist mit 672 Mio. Euro Rekordumsatz aus

Seite: 2/2

Firma zum Thema

Personalentwicklung von Dritten ausgezeichnet

Aus- und Weiterbildung haben bei der Technologiegruppe seit Jahrzehnten einen hohen Stellenwert. So werden bei Harting zur Zeit 152 kaufmännische und technisch-gewerbliche Auszubildende sowie Duale Studenten in 22 Berufen auf ihre künftigen Tätigkeiten vorbereitet und damit doppelt so viel wie im Jahr 2009.

Für die hohe Qualität der Ausbildung sprechen zahlreiche Auszeichnungen und hervorragende Prüfungsergebnisse, wie Personalvorstand Dr. Michael Pütz darstellte. Neben 45 Auszubildenden („so viele wie nie zuvor“), die mit einer Durchschnittsnote von 2,0 abschlossen, freute sich Pütz über die Einladung von vier Azubis zur Bestenehrung durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen nach Bielefeld.

Bildergalerie

Um potenzielle Bewerber noch schneller für das Unternehmen zu gewinnen, hat Harting die Karriereseiten auf der Homepage überarbeitet: frisch, frech, modern und motivierend. Sie bieten zudem neue digitale Services, die den Bewerbungsprozess vereinfachen.

Dass sich die Harting-Technologiegruppe immer wieder dem Wettbewerb stellt und sich als guter Arbeitgeber und regionaler Impulsgeber präsentiert, stellte Gesellschafterin Margrit Harting heraus. Auszeichnungen aus aller Welt für Qualität, Produkte und Nachhaltigkeit führte sie ebenso an, wie das lokale und regionale Engagement der Unternehmensgruppe. „Wir dürfen uns nicht auf Vergangenem ausruhen und müssen uns immer wieder neu beweisen. Nur so gelingt der Weg in die Zukunft und sichert Unternehmen und Mitarbeitende langfristig ab“, konstatierte Margrit Harting.

Gute Ausgangsposition und auch Herausforderungen

Der Vorstandsvorsitzende Philip Harting sieht die Technologiegruppe insgesamt in einer guten Ausgangsposition und blickt zuversichtlich auf die nächsten Monate. Er wies aber ausdrücklich auf verschiedene Herausforderungen hin. Noch nicht absehbar sind nach den Worten von Philip Harting die Veränderungen auf dem Bahnmarkt und die möglichen Auswirkungen für Harting nach dem Zusammenschluss der entsprechenden Unternehmenssparten von Siemens und des französischen Wettbewerbers Alstom.

Auch die Entwicklungen im Windenergieanlagenmarkt wird die Technologiegruppe genau verfolgen. Von den zehn größten Unternehmen stammen fünf aus China. „In diesem globalen Umfeld steht der deutsche Branchenführer unter empfindlichem Preisdruck.“ Ebenso böte die Elektromobilität Chancen, beinhalte gleichzeitig jedoch auch Risiken aufgrund sich verändernder Produktion.

Der Brexit und die damit verbundenen Unsicherheiten stellten eine weitere Herausforderung dar. Die Verhandlungspartner müssten endlich für Klarheit sorgen. Die Landesgesellschaft Harting UK zählt zu den wichtigsten der Technologiegruppe.

Topthema Digitalisierung wird weiter vorangetrieben

Als wichtigstes Thema der deutschen Industriepolitik sieht das Unternehmen im kommenden Jahrzehnt die Digitalisierung. Alles, was miteinander vernetzt werden könne, werde auch vernetzt. Harting habe sich schon frühzeitig und intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. „In unserem Unternehmen sind wir uns der Konsequenzen des Effekts der Digitalisierung sehr bewusst. Wir wissen: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir alle Prozesse digitalisieren, die notwendig sind“, bezog der Vorstandsvorsitzende auf der Jahrespressekonferenz klar Position und sieht die Bundesregierung in der Pflicht, in die digitale Infrastruktur des Landes zu investieren.

Auch im Ausland wird das Thema vorangetrieben. Impulse erwartet Harting als Mitglied von der im Oktober gegründeten „Robotation Academy“ im südchinesischen Foshan, wo sich künftig jährlich rund 1000 Industrievertreter bei Lehrgängen und Konferenzen mit technologischen Trends beschäftigen. „Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir unser Wissen und unsere Technologien im Bereich Industrie 4.0 erweitern“, so Philip Harting. Als belastend sieht er allerdings die immer schwierigeren Cyber Security Regelungen in China. Und nicht nur dort, sondern auch in anderen Regionen erschwerten zunehmend komplexe Datenschutzbestimmungen und protektionistische Auflagen den freien Handel.

Zuversichtlich ins neue Geschäftsjahr 2017/18

Das neue Geschäftsjahr 2017/18 begann für die Technologiegruppe positiv. „Wir haben ein gutes Bauchgefühl, denn die Auftragslage ist gut“, zeigte sich Philip H Harting auf der Jahrespressekonferenz zuversichtlich und verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf den Bereich Automotive. Die Tochtergesellschaft Harting Automotive ist nach VW nun auch Tier-1-Supplier für den BMW-Konzern geworden.

„Mit Rückenwind haben wir das neue Geschäftsjahr begonnen und sehen die Entwicklung optimistischer als noch vor einem Jahr. Dennoch sind wir wachsam“, betonte Harting. Die Technologiegruppe rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2017/18 mit einem Umsatzplus von 5 bis 6 %. Sie läge damit leicht über dem Marktwachstum, denn der Branchenverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) erwartet im kommenden Kalenderjahr beim Elektroweltmarkt einen Zuwachs von 4 %.

(ID:45081487)