Schaeffler hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem leichten Minus beim Umsatz abgeschlossen, Vorstandsvorsitzendender Rosenfeld bezeichnet es trotzdem als „solide“. Hohe Erwartungen setzt man in die Wachstumsfelder humanoide Robotik sowie Verteidigung.
„ Es kann sein, dass die Welt in Unordnung ist, aber wir lassen uns von unserem Weg nicht abbringen“, so Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzender der Schaeffler AG auf der Jahrespressekonferenz.
(Bild: Schaeffler)
Die heute veröffentlichten Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 der Schaeffler Gruppe zeigten: Die Umsätze sanken im Pro-Forma-Vergleich leicht um währungsbereinigt 0,6 Prozent von 24.313 (2024) auf 23.492 Millionen Euro. Während in den Regionen Americas und Asien/Pazifik der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr im Pro-Forma-Vergleich währungsbereinigt um 2,4 Prozent und 5,1 Prozent gesteigert werden konnte, lagen die Umsatzerlöse in den Regionen Europa und Greater China im Pro-Forma-Vergleich währungsbereinigt um 2,3 Prozent und 4,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Im Berichtszeitraum erzielte die Schaeffler AG ein Ergebnis vor Finanzergebnis, Ertragssteuern (EBIT) und Sondereffekten von 936 Millionen Euro (Pro-Forma-Vorjahr: 842 Millionen Euro).
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Transformation zur Motion Technology Company geht voran
Wie Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG, betonte, wandelt sich die Schaeffler Gruppe kontinuierlich zur Motion Technology Company. Die Sektoren Automobil und Industrie sind aufgelöst, statt dessen ist man in vier produktorientierten Sparten und acht Produktfamilien aufgestellt.
„In unserem Kerngeschäft machen wir gute Fortschritte. Das gilt vor allem für die Sparte E-Mobility, wo wir überdurchschnittlich stark gewachsen sind. Darüber hinaus erschließen wir schrittweise neue Wachstumsfelder in den Bereichen humanoide Robotik sowie Verteidigung mit der strategischen Zielsetzung, bis 2035 bis zu zehn Prozent unseres Umsatzes in neuen Wachstumsfeldern zu generieren“, so Rosenfeld weiter. „Wir erfinden uns neu, ohne zu vergessen, für was wir bisher standen.“
E-Mobility: steigende Umsätze in allen Regionen
Im abgelaufenen Geschäftsjahr stiegen die Umsatzerlöse der Sparte E-Mobility im Pro-Forma-Vergleich währungsbereinigt um 7,0 Prozent auf 5.015 Millionen Euro. Das Umsatzwachstum wurde vor allem getragen durch Produkthochläufe, auch vor dem Hintergrund der steigenden Produktion elektrifizierter Fahrzeuge. Die Umsatzerlöse entwickelten sich in nahezu allen Regionen positiv, am stärksten allerdings in der Region Asien/Pazifik.
Das EBIT vor Sondereffekten der Sparte E-Mobility lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei minus 805 Millionen Euro (Pro-Forma-Vorjahr: minus 1.066 Millionen Euro). Aufgrund des Volumenzuwachses verbesserte sich die EBIT-Marge vor Sondereffekten auf minus 16,0 Prozent.
Im Geschäftsjahr 2025 lag der Auftragseingang insgesamt über alle Antriebsarten hinweg bei rund 15,5 Milliarden Euro, wovon rund 2,0 Milliarden auf batterieelektrische Antriebe und 8,8 Milliarden auf Hybridantriebe entfielen.
Powertrain & Chassis: schwache Nachfrage in Europa belastet
Im Berichtsjahr sanken die Umsätze der Sparte Powertrain & Chassis im Pro-Forma-Vergleich währungsbereinigt um 5,2 Prozent auf 8.900 Millionen Euro. Grund dafür war vor allem die erwartungsgemäß schwache Nachfrage etablierter westlicher Automobilhersteller in der Region Europa.
Das EBIT vor Sondereffekten der Sparte lag im Berichtszeitraum bei 933 Millionen Euro (Pro-Forma-Vorjahr: 1.101 Millionen Euro). Die negative Volumenentwicklung war einer der Gründe für den Rückgang, diese wurde teilweise durch eine starke operative Performance und positive Einmaleffekte ausgeglichen.
Vehicle Lifetime Solutions: Marge auf hohem Vorjahresniveau
Im Berichtszeitraum stiegen die Umsatzerlöse der Sparte Vehicle Lifetime Solutions im Pro-Forma-Vergleich währungsbereinigt um 5,0 Prozent auf 3.038 Millionen Euro, größtenteils bedingt durch Volumeneffekte.
Das EBIT vor Sondereffekten lag im Berichtszeitraum bei 450 Millionen Euro (Pro-Forma-Vorjahr: 440 Millionen Euro). Hierbei wurden negative Umsatzmix- und Währungskurseffekte durch positive Volumen- und Preiseffekte ausgeglichen.
In der Sparte Bearings & Industrial Solutions stiegen die Umsatzerlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr im Pro-Forma-Vergleich währungsbereinigt leicht um 0,7 Prozent auf 6.368 Millionen Euro. Treiber waren unter anderem die positive Entwicklungen im Windsektor und im Unternehmensbereich Aerospace Bearings. Im Berichtszeitraum konnte der Umsatz im Pro-Forma-Vergleich währungsbereinigt in allen Regionen leicht gesteigert werden.
Das EBIT vor Sondereffekten lag im selben Zeitraum bei 475 Millionen Euro (Pro-Forma-Vorjahr: 435 Millionen Euro). Die EBIT-Marge vor Sondereffekten stieg im Pro-Forma-Vergleich im Wesentlichen aufgrund einer verbesserten operativen Performance, insbesondere in den Produktionswerken.
Wachstumsfelder humanoide Robotik und Verteidigung
Bis zum Jahr 2035 will Schaeffler bis zu zehn Prozent seines Umsatzes mit neuen, zukunftsträchtigen Aktivitäten erzielen, darunter die Bereiche humanoide Robotik und Verteidigung. Grundlage dafür ist das erweiterte Produktportfolio, das sich in acht sogenannte Produktfamilien untergliedert und alle Aspekte der Bewegung umfasst.
Stand: 08.12.2025
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In den genannten Zukunftsbereichen konnte das Unternehmen zuletzt Partnerschaften mit namhaften Unternehmen bekannt geben, darunter vier Hersteller von Humanoiden (Agility Robotics, Neura Robotics, Humanoid, Leju Robotics) und das deutsche Verteidigungsunternehmen Helsing.
Free Cash Flow über Vorjahreswert
Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten bei 266 Millionen Euro (Pro-Forma-Vorjahr: minus 694 Millionen Euro) und damit oberhalb des Prognosekorridors von 0 bis 200 Millionen Euro. Der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten war durch einmalige Restrukturierungs- und Integrationsauszahlungen in Höhe 242 Millionen Euro belastet. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung waren eine verbesserte Ertragskraft, ein stringentes Working-Capital-Management sowie eine insgesamt zurückhaltende Investitionspolitik.
Die Bilanzsumme der Schaeffler Gruppe belief sich zum Stichtag 31. Dezember 2025 auf 21.028 Millionen Euro (31. Dezember 2024: 21.370 Millionen Euro). Zum selben Stichtag beschäftigte das Unternehmen weltweit 110.753 Mitarbeitende (31. Dezember 2024: 115.055 Mitarbeitende).
Konservative Prognose für das Jahr 2026
Die Schaeffler Gruppe erwartet für das Geschäftsjahr 2026 Umsatzerlöse in einer Bandbreite von rund 22,5 bis 24,5 Milliarden Euro. Dies entspricht einem währungsbereinigten Rückgang des Umsatzes um 4,3 bis 4,3 Prozent. Zugleich geht das Unternehmen davon aus, im Geschäftsjahr 2026 eine EBIT-Marge vor Sondereffekten zwischen 3,5 und 5,5 Prozent zu erzielen. Der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten wird in Höhe von 100 bis 300 Millionen Euro erwartet und wird wesentliche Auszahlungen für Restrukturierungen und Integrationsaktivitäten enthalten. All diese Prognosen basieren auf stabilen politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen. Angesichts der aktuellen Situation im Nahen Osten, kann es natürlich zu Veränderungen kommen. Doch Rosenfeld steht hinter der jetzigen Aufstellung: „Es kann sein, dass die Welt in Unordnung ist, aber wir lassen uns von unserem Weg nicht abbringen.“
Für die Sparte E-Mobility erwartet der Konzern im Jahr 2026 einen Umsatz von rund 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro, entsprechend einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 4,0 bis 16,0 Prozent. Die Sparte Powertrain & Chassis wir mit rund 8,0 bis 8,6 Milliarden Euro, im Umsatz wahrscheinlich um 10,1 bis 3,4 Prozent sinken. In der Sparte Vehicle Lifetime Solutions hingegen erwartet der Konzern 2026 einen Umsatz von 3,1 bis 3,3 Milliarden Euro, was einem währungsbereinigtes Wachstum zwischen 3,3 und 10,0 Prozent entspricht. Die Sparte Bearings & Industrial Solutions wird im Jahr 2026 voraussichtlich Umsatzerlöse in einer Bandbreite von rund 6,2 bis 6,7 Milliarden Euro, entsprechend einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von minus 3,1 bis 4,7 Prozent, und eine EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 7,0 bis 9,0 Prozent erzielen.