Risikomanagement

Hedging kann Preisrisiken im Metalleinkauf mindern

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Allerdings kommt es (so gut wie) nie zu einer Lieferung aus diesem Hedge-Geschäft, weil die Position einfach einige Tage vor Laufzeitende glatt gestellt wird. Die Londoner Metallbörse wird auf dem Konto des Unternehmens lediglich einen Barausgleich verbuchen.

Die folgenden zwei Szenarien können zum Ende des Hedge-Geschäfts eintreten:

  • Die Stahlpreise sind um den Betrag X gestiegen. Das Unternehmen wird zum Lieferzeitpunkt bei seinem Lieferanten, von dem es seinen Stahl bezieht, die Mehrkosten für den gestiegenen Rohstoffpreis zahlen müssen. Dieser Mehraufwand wird aber durch den Gewinn aus dem Hedge-Geschäft an der LME ausgeglichen.
  • Die Stahlpreise sind um den Betrag X gefallen. Der Stahlbauer zahlt weniger für seinen Stahl. Doch ist auf dem Verrechnungskonto an der Londoner Metallbörse ein Verlust durch die eingegangene Long-Position im Stahl-Futures entstanden, der beglichen werden muss. Der Gewinn, der aus dem niedrigeren Rohstoffpreis resultiert, kompensiert den Verlust aus dem Hedge-Geschäft.

Financial Hedging ist keine Hexerei

„Grundsätzlich ist Financial Hedging keine Hexerei, sondern ein solides Handwerk, das man erlernen kann“, sagt Dr. Lars Immerthal von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Börsen, Banken und Broker bieten Seminare und Workshops an, in denen man sein Derivate- und Rohstoff-Know-how aufbauen kann.

Außerdem findet der Einkäufer in der Finanzabteilung oder im Treasury seines Unternehmens oft Partner, die bereits Erfahrungen mit Devisenhedges gemacht haben. Dennoch sollte der Einkauf im besten Fall die Rolle eines Moderators übernehmen, wie Berater Immerthal empfiehlt, der die verschiedenen Abteilungen in der Wertschöpfungskette – Produktion, Vertriebsbereich, Treasuryabteilung – koordiniert.

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