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Composites-Bearbeitung

Hersteller von Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeugen stellen sich den Herausforderungen

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Drei Schneiden und eine aggressiv gestaltete, selbstzentrierende Querschneide sollen beim ersten Kontakt mit dem Werkstück zu höchster Positionsgenauigkeit führen – besonders wichtig für schwierige Bohrsituationen wie das Durchbohren oder den Eintritt von Querbohrungen. Der spezielle Anschliff soll Schnittdruck und Schneidentemperatur gering halten, die Ausspitzung führe die Späne reibungsarm über drei Spannuten ab.

Immer mehr Branchen setzen auf Composites-Werkstoffe

Als Schrittmacher bei den Verbundwerkstoffen sieht Martin Heckel, Leiter Produktmanagement bei der LMT Tool Systems GmbH in Oberkochen, die Aerospace- und Automobilindustrie. Aber auch zahlreiche junge Branchen wie die Windenergie würden mittlerweile den Einsatz der Composites voranbringen. Je nach Anforderung an das Bauteil fänden unterschiedliche Leichtbauwerkstoffe wie Titan, Aluminium, CFK, GFK (glasfaserverstärkte Kunststoffe), CFK-Metall-Schichtverbunde und Wabenstrukturen Verwendung, deren prozesssichere Bearbeitung große Herausforderungen stellten.

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„Charakteristisch an diesen Technologien ist, dass sie nicht nur Werkstoffe substituieren, sondern eine eigene Prozesskette von der Bauteilgestaltung über die Rohmaterial- und Halbzeugherstellung, die Formgebung bis hin zur Erzielung der einbaufertigen Endkontur und Oberfläche des Bauteils erfordern“, sagt Heckel Bei Zerspanungsprozessen müssten sich eine optimale Oberflächenqualität und hohe Toleranzgenauigkeit mit möglichst langen Werkzeugstandzeiten verbinden. Die LMT-Gruppe entwickle deshalb für ihre Kunden spezielle anwendungs- und werkstoffgerechte Werkzeuge.

LMT zeigt Bohrer mit gegenläufiger Drallsteigung und definiertem Kompressionspunkt auf der AMB 2014

So will LMT auf seinem AMB-Stand 1F52 im L-Bank Forum (Halle 1) den DFC Compression Mill zeigen, einen Bohrer mit gegenläufiger Drallsteigung und definiertem Kompressionspunkt. „Unterhalb dieses Punktes hat er einen aufsteigenden Drall, oberhalb drückt er den Span nach unten. Im optimalen Fall sind Zug und Druck im Gleichgewicht, das laminierte Werkstück wird regelrecht komprimiert“, berichtet Martin Heckel. Für die Bearbeitung von Honeycombs habe LMT Onsrud spezielle T-Nutenfräser und Einsatzfräser mit variablen Schnitthöhen und austauschbaren Schneidenteilen entwickelt. Diese Struktur- und Innenplatten würden in Flugzeugen eingesetzt. Die Nutenfräser könnten in nur einem Schritt die Deckschicht be- und die Wabenstruktur hinterschneiden. Mit einem PKD 2-Werkzeug würden dann Deckschicht und Wabenstruktur beschnitten. Gleich drei Arbeitsschritte in einem Werkzeug vereine der One-Shot-Drill von LMT Belin. Er kann laut Mitteilung Stacks aus CFK und Aluminium bohren, reiben und fasen, um sie für das Nieten vorzubereiten.

Etwas Besonderes habe man sich bei der Paul Horn GmbH, Tübingen, für die AMB einfallen lassen. Um das Thema Verbundwerkstoffe dem eigenen Nachwuchs nahezubringen, bauten die Azubis ein Pedal Car, eine Art moderne Seifenkiste. Chassis und die geteilte Hinterachse bestehen aus CFK, wie es heißt. Zu sehen sei es auf dem Stand der Horn-Akademie im Eingangsbereich Ost, Stand Nr. E2-102. Die Werkzeuge, mit denen die Azubis den Werkstoff bearbeitet haben, befänden sich auf dem Messestand 1I16 im L-Bank-Forum (Halle 1).

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