Portalfräsmaschinen

Hersteller von XXL-Maschinen setzen auf vielseitige Konzepte

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Der Markt fordert effiziente Portalmaschinen für die Komplettbearbeitung

Wie fließend die Grenzen zwischen Portalfräsmaschinen und konventionellen Bearbeitungszentren mittlerweile geworden sind, zeigt der Erfolg von DMG/Mori Seiki: Über 900 Portalmaschinen hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge bereits verkauft. Aktuell umfasst das Programm die DMU 210 P, DMU 340 P und DMU 600 P sowie die mit automatischem Palettenwechsler ausgestatteten DMC 210 U und DMC 340 U.

Das jüngste Flagschiff aus der Modellreihe DMU 600 P wurde kundenspezifisch mit erweitertem Leistungsspektrum realisiert. Es ermöglicht Verfahrwege von 6 m (optional bis 18,75 m) in X- und 4,8 m in Y-Richtung, der vertikale Portaldurchgang misst 3,6 m. Vorschubgeschwindigkeiten bis 30 m/min und Beschleunigungen bis 3 m/s² sorgen für eine hohe Dynamik und bei langen Verfahrwegen für kurze Nebenzeiten.

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Ein Highlight der Maschine sind optional drei koppelbare Tische, die eine Bearbeitungslänge von insgesamt 18 m möglich machen. Weil die Maschine eine Bearbeitung im Pendelbetrieb zulässt, können Neben- und Rüstzeiten nahezu vernachlässigt werden. Mithilfe eines adaptierbaren Teilapparats lassen sich Werkstücke bis zu einem Durchmesser von 3 m und einer Länge von 17 m bearbeiten. Neben einem starren Tisch für Traglasten bis 40 t gibt es die DMU 600 P optional auch mit Fräs-Dreh-Tisch, der eine kombinierte Fräs- und Drehbearbeitung in einer Aufspannung ermöglicht.

DMG/Mori Seiki will Hochgenauigkeitsmaschine Dixi 270 auf der EMO Hannover 2013 zeigen

Deutlich kleiner, aber sehr präzise ist die Hochgenauigkeitsmaschine Dixi 270, die DMG/Mori Seiki ebenfalls auf der EMO Hannover vorstellen wird. „Bislang gibt es weltweit keine einzige Maschine in dieser Größenordnung, die Genauigkeiten im Bereich von 35 µm erzielt“, sagt Tobias Steiner, Geschäftsführer der DMG/Mori-Seiki-Tochter Dixi Machines. „Ergo musste bislang von den potenziellen Anwendern meist ein exorbitanter Aufwand betrieben werden, um überhaupt annäherungsweise präzise Bauteile fertigen zu können, wobei gerade dieser Mehraufwand im Umkehrschluss auch den vergleichsweise geringen Mehrpreis der Dixi 270 gegenüber herkömmlichen Bearbeitungszentren mehr als rechtfertigt.“

Mit der Anlage lassen sich schwere Bauteile bis 3 m Durchmesser, 1,8 m Höhe und 12 t Gesamtgewicht in einer Aufspannung mit Spindelleistungen von bis 1550 Nm Drehmoment vorbearbeiten und ebenso schnell (mit 60 m/min) wie dynamisch (mit Beschleunigungen bis 6 m/s2) fertig schlichten. Nach Ansicht von Tobias Steiner eignet sich die präzise Maschine vor allem für die Bearbeitung von Motor- oder Getriebegehäusen in der Luft- und Raumfahrt, für Motorblöcke im Motorsport, für Spindelkästen und -gehäuse im Werkzeugmaschinenbau sowie für die Bearbeitung hochwertiger Spritzgusswerkzeuge, DVD-Matrizen oder Prototypen.

Auch die Berthold Hermle AG aus Gosheim baut ihr Maschinenprogramm kontinuierlich aus. Zwar gehören selbst die großen Hermle-Maschinen in modifizierter Gantrybauweise, wie die C 60 U MT, mit Werkstückgrößen von 1 m x 1 m x 1 m und -gewichten bis 2,5 t nicht unmittelbar ins Segment der Portalmaschinen, doch zeigt sich auch hier, dass die bei kleineren Maschinen bewährten Konzepte zur Effizienzsteigerung, immer weiter auf große Bearbeitungszentren übertragen werden. Dazu zählen die 5-Achs-Simultanbearbeitung ebenso wie das kombinierte Fräsen und Drehen oder die automatisierte Maschinenbeladung.

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