Fachtagung Carbon Composites 2011 Hochdruck-RTM-Verfahren verspricht 
bei Serienteilen bis zu 30% Gewichtseinsparung

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Wie das klassische RTM-Verfahren für eine robuste, automatisierte Serienfertigung von CFK-Bauteilen fit gemacht wird, erläutert Krauss-Maffei-Entwicklungsleiter Josef Renkl auf der Fachtagung Carbon Composites 2011. Dort präsentiert er ein Hochdruck-RTM-Verfahren, das Serienteile mit bis zu 30% Gewichtseinsparung wirtschaftlich fertigt.

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In diesem Presswerkzeug entsteht ein CFK-Demonstratorbauteil im Hochdruck-RTM-Verfahren. (Bild: Kraus)
In diesem Presswerkzeug entsteht ein CFK-Demonstratorbauteil im Hochdruck-RTM-Verfahren. (Bild: Kraus)

Das Resin Transfer Molding (RTM) ist bei Premiumfahrzeugen etabliert, für die im RTM-Verfahren CFK-Bauteile in kleinen Stückzahlen gefertigt werden: vorrangig aus Design- und optischen Gründen. Wegen des fortschreitenden Leichtbaus werden jedoch künftig vermehrt endlosfaserverstärkte Kunststoffe für Tragstrukturen und Karosserieteile zur Anwendung kommen.

Herausforderung für Anlagen- und Verfahrensspezialisten ist das Erschließen großer Stückzahlen

Die Herausforderung für Anlagen- und Verfahrensspezialisten wie Krauss-Maffei liegt daher in der Erschließung großer Stückzahlen. Daraus resultiere die Notwendigkeit, das RTM-Verfahren für robuste, automatisierte Prozesse und Fertigungslinien weiterzuentwickeln, sagt Josef Renkl, Leiter Entwicklung und Anwendungstechnik RTM bei der Krauss-Maffei Technologies GmbH, München.

Auf der Fachtagung Carbon Composites 2011 wird Renkl dazu das Hochdruck-RTM-Verfahren präsentieren. Es verkürzt die noch relativ langen Zykluszeiten.

Ein Grund dafür ist die schnellere und intensivere Benetzung der Fasern mit Harz als Matrixwerkstoff, ein anderer die zeitlich kürzere Harzinjektion. Wegen der beschleunigten Werkzeugfüllung können laut dem Referenten Expoxidharze verwendet werden, die in weniger als 2,5 min aushärten.

Für Großserienfertigung müssen komplette Fertigungslinien angeboten werden

Diese Fortschritte steigern die Attraktivität des Hochdruck-RTM-Verfahrens bei der Fertigung hochbelasteter Leichtbau-Strukturelemente für Automobile und Nutzfahrzeuge, zum Beispiel bei Beplankungsteilen. Wichtig für Anwendungen in der Großserienfertigung ist es, komplette Fertigungslinien anzubieten. Daher ist Krauss-Maffei eine Kooperation mit dem Maschinen- und Prozessspezialisten Dieffenbacher, Eppingen, eingegangen.

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