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Erneuerbare Energien Höhere Maximalleistung für Stromtrassen

| Redakteur: Beate Christmann

Neuartige Hochtemperatur-Leiterseile sollen die wachsende Strommenge aus regenerativen Energiequellen transportierbar machen. Die von Wissenschaftlern der RWTH Aachen entwickelten Stromleitungen sollen Temperaturen von bis zu 210 °C standhalten (derzeitige Leitungen sind auf höchstens 80 °C ausgelegt) und damit die Transportfähigkeit bereits bestehender Trassen nahezu verdoppeln können.

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Sowohl die Drähte im Kern als auch die Aluminium-Zirkonium-Drähte im Mantel tragen zur Zugfestigkeit der neuartigen Hochtemperatur-Leiterseile, die von Wissenschaftlern der RWTH Aachen entwickelt wurden, bei. Sie sollen die Transportfähigkeit bereits bestehender Stromtrassen nahezu verdoppeln.
Sowohl die Drähte im Kern als auch die Aluminium-Zirkonium-Drähte im Mantel tragen zur Zugfestigkeit der neuartigen Hochtemperatur-Leiterseile, die von Wissenschaftlern der RWTH Aachen entwickelt wurden, bei. Sie sollen die Transportfähigkeit bereits bestehender Stromtrassen nahezu verdoppeln.
(Bild: 3M Deutschland)

Wind und Sonne zählen zu den größten Lieferanten erneuerbarer Energien. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie soll der Strom aus regenerativen Energiequellen zukünftig den Hauptanteil der Energieversorgung übernehmen. Zwar wächst im deutschen Stromnetz die Menge aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen kontinuierlich, doch stellt deren Transport über große Entfernungen in Ballungsräume und Industrieschwerpunkte weiter eine Herausforderung dar. Um über die bestehenden Stromtrassen eine höhere Maximalleistung führen zu können, bieten sich vom Institut für Hochspannungstechnik der RWTH-Aachen in Kooperation mit Industriepartnern neu entwickelten Hochtemperatur-Leiter an.

Bestehende Trassen intensiver nutzen

Mit steigendem Stromdurchfluss erwärmen sich Freileitungen infolge des elektrischen Widerstands. Derzeitige Leitungen setzen dem Ferntransport kurzfristig anfallender, regionaler Stromüberschüsse im Netz Grenzen, da sie nur für eine Temperatur von höchstens 80 °C ausgelegt sind. Die neuen Hochtemperatur-Leiterseile hingegen sollen dauerhaft Temperaturen bis 210 °C aushalten können. Bei vergleichbarem Leiterquerschnitt soll sich durch diese die Transportfähigkeit vorhandener Trassen nahezu verdoppeln lassen. Es soll also möglich werden, höhere Strommengen zu transportieren und somit Netzengpässe zu vermeiden.

Im Inneren der Leitung kommen Verbundwerkstoffe auf Basis von Kohlefasern und Aluminium-Keramik sowie spezielle Aluminium- und Stahllegierungen zum Einsatz. Damit wurde das Problem eines stärkeren Durchhängens bei höheren Temperaturen gelöst. Die neuen Leitungen hängen damit weniger durch als die bisherigen.

Flexibilität im Stromnetz

Die neuen Hochtemperatur Leiter sollen die Flexibilität im Netz für kurzzeitige Strommaxima erhöhen können. Standardmäßig werden Freileitungen in Deutschland unterhalb der möglichen Höchstleistung betrieben.

Das BINE-Projektinfo „Der heiße Draht im Netz“ (13/2016) stellt die neuen Leitungen vor. Es ist kostenfrei beim BINE-Informationsdienst von FIZ Karlsruhe erhältlich unter www.bine.info oder der Telefonnummer (02 28) 92 37 90.

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