Nachwuchsförderung Hohes Innovationstempo fordert stete Weiterbildungsbereitschaft

Autor / Redakteur: Peter Königsreuther / Peter Königsreuther

Erworbenes Fachwissen in immer neuen Situationen anwenden können, gilt als Ziel moderner Ausbildungsmethoden im Maschinenbau, um mit der rasanten Entwicklung Schritt halten zu können. Was das heute bedeutet, erläuterte uns Dr. Marina Kowalewski, Projektleiterin bei der VDW-Nachwuchsstiftung.

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Dr. Marina Kowalewski ist Projektleiterin bei der VDW-Nachwuchsstiftung:„Der Begriff „ausgelernt“, gehört im heutigen globalisierten Arbeitsumfeld der Vergangenheit an.“
Dr. Marina Kowalewski ist Projektleiterin bei der VDW-Nachwuchsstiftung:„Der Begriff „ausgelernt“, gehört im heutigen globalisierten Arbeitsumfeld der Vergangenheit an.“
(Bild: VDW-Nachwuchsstiftung)

Frau Dr. Kowalewski, können Sie uns grob schildern, wie sich die Situation für die Auszubildenden im Maschinenbau in den letzten Jahren verändert hat?

Kowalewski: Stärker gefordert ist heute die Fähigkeit zum selbstständigen Lernen und die Kompetenz, wie das vorhandene Wissen in unterschiedlichen Situationen anzuwenden ist. Das heißt etwa Ausbildung 2.0. und das verlangt auch von den Verantwortlichen eine ständige Überprüfung ihres Ausbildungskonzepts. Die Zeit des „Vormachens“ und „Nachmachens“ wird quasi durch das Bereitstellen von Lernsituationen abgelöst.

Können Sie diese neuen Anforderungen an Auszubildende und Ausbilder noch etwas stärker konkretisieren?

Kowalewski: Ja. So hat etwa der Kfz-Mechatroniker nicht mehr viel mit dem alten Berufsbild des Autoschlossers zu tun. Und Facharbeiter müssen heute gelernt haben, in wechselnden unbekannten Problemlagen flexibel und selbstständig für Lösungen zu sorgen. Und der Ausbilder ist genauer gesagt nicht als „Meister“ im alten Sinne gefragt, sondern eher als sogenannter Lernbegleiter. Der heutige Kompetenzbegriff geht da von einer komplexen Handlungsfähigkeit aus, die aktuell in vielen Ausbildungsberufen gefordert wird. Prozessorientierung steht dabei im Mittelpunkt der Ausbildung. Außerdem sollten alle berufsrelevanten Inhalte und Prozesse den Lerninhalt bilden und die Lernenden müssen auch auf die stetige Internationalisierung vorbereitet werden. Die Ausbilder bewegen sich dabei in einem komplexen Spannungsfeld, denn sie schulen zwischen den Anforderungen der konkreten Geschäftsprozesse der ausbildenden Unternehmen einerseits und dem individuellen, grundsätzlichen Kompetenzerwerb des zukünftigen Fachnachwuchses andererseits.

Sie erwähnten, dass die stetige Internationalisierung der Branche zu beachten sei – was heißt das für die heutige Ausbildung genauer?

Kowalewski: Durch die Globalisierung müssen heute viele deutsche Maschinenbauunternehmen weltweit agieren. Das heißt, dass Sprachkenntnisse und interkulturelles Verständnis auch für den Facharbeiter, also zum Beispiel einen Maschineneinrichter, ein Muss ist. Auszubildende werden deswegen aktuell schon so früh wie möglich auf diese Anforderung vorbereitet. Außerdem verlangt der Trend zur Teamarbeit ein hohes Maß an Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, das vermittelt oder gefördert werden muss.

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