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Haben Sie als ein Mensch, der den Puls der Ausbildungssituation sozusagen fühlen kann, auch O-Töne aus der Branche gehört?
Kowalewski: Ja. Ein Ausbilder der Heller Maschinenfabrik berichtete, dass er im Bereich der CNC-Bearbeitung gestiegene Anforderungen registriert, denn die Werkstücke werden in Komplexität und Bearbeitbarkeit zunehmend aufwendiger. Durch die verstärkt eingesetzten Fünf-Achs-Maschinen werde auch seitens der Programmierfähigkeiten deutlich mehr verlangt als früher. Das heißt, es wird von den Auszubildenden ein stark ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen gefordert. Zusätzlich sei die sichere Berechnung von geometrischen Winkeln und Konturen gefragt. Außerdem nehme die Verwendung komplexer Vorrichtungen und Sonderwerkzeuge zu, was eine flexible, anpassungsfähige Denkweise fordere.
Gibt es seitens der Unternehmen konkrete Ausbildungsanpassungen, die bereits umgesetzt wurden?
Kowalewski: Mir ist von Paul Horn etwa bekannt, dass für Auszubildende, die mit Computern und modernen Kommunikationsmitteln täglich umgehen, der Einstieg in die CNC-Technik bei weitem nicht so schwer sei, wie immer behauptet wird. Hier gelte es lediglich, den Umgang mit gesteuerten Maschinen entsprechend interessant zu gestalten. Um das zu erreichen, dreht sich bei Horn die Ausbildung nicht mehr um Übungsstücke im herkömmlichen Sinn, sondern es werden Komponenten gefertigt, die später auch eingesetzt werden, was die Wertschätzung der erlernten Fähigkeiten von Anfang an stärken und die Betriebszugehörigkeit unterstützen soll. Außerdem wirkt sich die Herstellung „echter“ Bauteile auch positiv im Sinne von „Return on Invest“ aus.
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