Anbieter zum Thema
Wie wirken sich die rein fachlichen Anforderungen heute auf das Berufsumfeld eines zukünftigen Maschinenbauspezialisten aus?
Kowalewski: Was den Einfluss der rein fachlich bedingten Veränderungen anbelangt, kann man es kurz so ausdrücken: Der Begriff „ausgelernt“ gehört der Vergangenheit an; dieses Wort wird man in Unternehmen des Maschinenbaus heute nicht mehr hören. Die Bearbeitung von komplexen 3D-Geometrien an einer Fünf-Achs-Simultan-Fräsmaschine erfordert beispielsweise sehr gute CAM-Programmierkenntnisse. Diese Fähigkeiten müssen regelmäßig aufgefrischt werden, um am Ball zu bleiben. Routinetätigkeiten im Arbeitsalltag, die von Angelernten ausgeübt werden können, wird es in Zukunft immer seltener geben.
Sie sprachen den Begriff Ausbildung 2.0 an. Wie sieht das Engagement der VDW-Nachwuchsstiftung vor dem Hintergrund der gestiegenen Anforderungen aus?
Kowalewski: Dazu entwickelten wir eine Web-2.0-basierte Internetplattform mit dem Schwerpunkt E-Learning speziell für die betriebliche Ausbildung in der Maschinenbauindustrie. Integriert werden themenspezifische Blogs, Diskussionsforen, Wikis und interaktive Lerneinheiten in den Bereichen CNC und CAD/CAM. Mit der Wissens- und Kommunikationsplattform (Wikom) wird ein branchenspezifisches Werkzeug bereitgestellt, das sich in die betriebliche und schulische Bildungslandschaft integrieren lässt.
Was ist das Ziel des Projektes und welche Vorteile ergeben sich für die heutige Ausbildung?
Kowalewski: Das Ziel ist es, die Ausbildung durch Qualifizierung, Vernetzung und durch den erleichterten Zugang zu technischen Innovationen der Branche zu optimieren. Denn allen Beteiligten ist klar, dass ein verbessertes Kommunikationsangebot die Kooperation zwischen Betrieb und Berufsschule fördert und die Entwicklung von praxisnah aufbereiteten Lern-, Lehr- und Informationsmaterialien erleichtert – ein echter Mehrwert für Ausbildung und Schule. Die Wissens- und Kommunikationsplattform Wikom wird von uns entwickelt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Während der Pilotphase werden kostenlose Schulungen zur Anwendung angeboten. Wikom wird auch auf der Sonderschau Jugend auf der EMO 2013 vertreten sein.
(ID:39529050)