Metall- und Elektro-Misere Hunderttausende von Arbeitsplätzen fallen weg

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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In der deutschen Metall- und Elektroindustrie könnten nach Arbeitgeberangaben in den nächsten Jahren Hunderttausende Arbeitsplätze wegfallen.

Der Gesamtmetallpräsident Stefan Wolf sprach mit der Funke-Mediengruppe über die Zukunft der Branche. Angesichts der Situation in Deutschland fordert er eine Agenda 2040, um die Lage zu entschärfen. Nicht zuletzt verliere man bald zwischen 250.000 und 300.000 Arbeitsplätze.(Bild:  Funke-Mediengruppe)
Der Gesamtmetallpräsident Stefan Wolf sprach mit der Funke-Mediengruppe über die Zukunft der Branche. Angesichts der Situation in Deutschland fordert er eine Agenda 2040, um die Lage zu entschärfen. Nicht zuletzt verliere man bald zwischen 250.000 und 300.000 Arbeitsplätze.
(Bild: Funke-Mediengruppe)

Angesichts der Lage kommentiert der Gesamtmetallpräsident Stefan Wolf: „Ich erwarte, dass wir in der Metall- und Elektroindustrie in den nächsten fünf Jahren 250.000 bis 300.000 Arbeitsplätze verlieren könnten.“ Noch sind in der größten deutschen Industriebranche nach Verbandsangaben rund vier Millionen Menschen beschäftigt. Es wackeln also davon zwischen 6,25 und 7,5 Prozent der Arbeitsplätze. Wolf machte aber auch darauf aufmerksam, dass in den nächsten Jahren auch die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Deshalb könnten die Unternehmen den Stellenabbau immerhin weitestgehend sozialverträglich gestalten. Gleichzeitig gebe es aber einen Arbeitnehmermangel. Insofern werde man trotz abgebauter Arbeitsplätze mehr arbeiten müssen. Wolf verlangt deshalb mehr Flexibilität mit Blick auf die Arbeitszeiten.

Deutschland leidet an einer strukturellen Krise

In der Metall- und Elektroindustrie laufen derzeit bekanntlich Tarifverhandlungen. Ab Ende Oktober ist durchaus mit Warnstreiks zu rechnen. Im Mai hatte Wolf in einem Interview angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage gesagt, dass in den nächsten drei bis vier Jahren die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche nur um 40.000 bis 50.000 sinken wird. Wolf sagte nun den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „Wir befinden uns in einer strukturellen Krise, weil Energiepreise, Unternehmenssteuern und Sozialabgaben sowie bürokratische Lasten zu hoch sind.“ Die letzte gute gemachte Strukturreform sei die Agenda 2010 gewesen, so die Meinung von Wolf. Die umstrittene Reform vor rund 20 Jahren war aber mit Einschnitten in das Sozialsystem verbunden. Wolf nennt das eine Politik für Menschen und Arbeitsplätze. Er fordert abschließend: „Jetzt brauchen wir dringend eine Agenda 2040.“

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