Netstal auf der K-2016

ICM-Verfahren drückt Stückkosten im Dünnwand-Verpackungssektor runter

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Materialschwindung mal anders kompensieren

Deshalb sei es auch kein Zufall, dass ausgerechnet Netstal gemeinsam mit Systempartnern vor einigen Monaten das hocheffiziente Spritzprägen in Etagentechnik vorgestellt hat. Der Spritzprägeprozess unterscheidet sich dabei vom konventionellen Spritzgießen in der Methode, wie der während der Abkühlung der Schmelze in der Kavität entstehende Materialschwund, auch bezeichnet als „Shrinking Effect“, kompensiert wird, so die Erklärung. Beim konventionellen Spritzgießen erfolge dies während der Nachdruckphase durch Hineinpressen von zusätzlichem Material. Beim ICM-Verfahren hingegen wird die Materialschwindung durch den eigentlichen Prägeprozess kompensiert, wodurch sich bis zu 20 % an Material sparen lässt. Aufgrund sehr geringer Einspritzzeitzeiten, erfolgt die Befüllung der Kavitäten blitzschnell und äußerst gleichmäßig, wie es heißt. Durch den geringeren Druck würden unerwünschte Spannungen im Produkt verhindert. Im Vergleich zum konventionellen Spritzgießen ist die Druckverteilung in der Kavität außerdem sehr gleichmäßig, was zu einer spürbaren Verringerung von Verzugserscheinungen führt.

Etagenwerkzeug pusht Ausstoßmenge

Außerdem wird eine Verbesserung des Füllverhaltens bei sehr hohem Fließweg-Wandstärken-Verhältnis ermöglicht. Zusammengefasst erreiche man mit dem ICM-Verfahren signifikante Einsparungen bei Zykluszeiten, Material- und Energieverbrauch und steigert zugleich die Qualität der produzierten Verpackungen. Durch den Einsatz eines Etagenwerkzeuges wird der Ausstoß signifikant erhöht.

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In der Vergleichsrechnung können mit diesem Verfahren die Stückkosten um bis zu 10 % reduziert werden. Durch den zusätzlichen Einsatz eines IML-Systems erhält der Verpackungshersteller absolute Flexibilität hinsichtlich Form, Aussehen und Dekoration des produzierten Teils. „Mit dieser Technologie geben wir unseren Kunden alle derzeit verfügbaren Trümpfe in die Hand, mit denen sie Wettbewerbsvorteile generieren und noch erfolgreicher sein können“, hält Markus Dal Pian fest.

Aber nicht jede Spritzgießmaschine hat`s „drauf“

Maschine und Steuerung müssen dabei aber sehr hohe Qualitätsanforderungen erfüllen, um ICM erfolgreich einsetzen zu können. Aus diesem Grund sind Hochleistungs-Spritzgießmaschinen von Netstal besonders für den Einsatz des Spritzprägeverfahrens geeignet. Da Korrekturen der Füllung mittels Nachdruck nicht möglich sind ergeben sich sehr hohe Anforderungen an die Dosiergenauigkeit. Grundvoraussetzung zur perfekten Verteilung der Schmelze im ICM Verfahren ist eine sehr dynamisch und präzise arbeitende Schliesseinheit. Um das Prägen des Materials zu ermöglichen ist ein ultraschnelles Einspritzen ( über 800 mm/s) notwendig. Zur Erreichung genauester Reproduzierbarkeit ist ein hoch präzises und synchrones Zusammenspiel von Spritzaggregat und Schließeinheit unabdingbar. Das Einspritzen im geöffneten Zustand der Schließeinheit stellt besonders hohe Anforderungen an die Plattenparallelität und das Design des Kniehebels.

MM

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