Finanzen

Immaterielle Vermögenswerte: was sind sie wert?

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Im Vergleich dazu bietet die Lizenzpreisanalogiemethode eine relativ einfach anzuwendende Bewertungsmethode. Es gilt zu ermitteln, welche Lizenzzahlungen fiktiv zu entrichten wären, würde sich das betreffende IP nicht im Eigentum des Unternehmens befinden. Die Bewertungsbasis bilden vergleichbare marktübliche Lizenzraten aus öffentlich zugänglichen Datenbanken. Multipliziert man die abgeleiteten Lizenzraten mit den geplanten IP-spezifischen Umsatzerlösen, zum Beispiel auf Basis der vorhandenen Geschäftsplanung, erhält man im Ergebnis die fiktiven Lizenzersparnisse durch den betreffenden immateriellen Vermögenswert.

Wann die Lizenzpreisanalogie zu empfehlen ist

Der Vorteil der Lizenzpreisanalogie erweist sich zugleich als deren Nachteil. Die leicht erhältlichen Angaben zu Lizenzraten weisen in der Regel erhebliche Schwankungsbreiten auf. Innerhalb der Bandbreite der ermittelten „vergleichbaren“ Lizenzraten kann der Höchstsatz für ein Patent durchaus mehr als das Fünf- bis Zehnfache des geringsten Lizenzsatzes betragen. Ursächlich für diese Wertdifferenz sind verschiedene Ausgestaltungsmerkmale der Lizenzierung, zum Beispiel mögliche Einmalzahlungen zu Beginn des Lizenzierungsvertrags. Dazu bieten die Datenbanken jedoch wenige Hintergrundinformationen an. Bei der Anwendung dieser Methode ist es entscheidend zu verstehen, dass im Ergebnis keine Transparenz über die Werttreiber eines Patents oder einer Marke erhältlich ist. Ist die Vergleichbarkeit der verfügbaren Lizenztransaktionen allerdings sichergestellt, liefert die Lizenzpreisanalogie eine verlässliche Wertindikation für Marken, Patente oder Technologien, beispielsweise im Rahmen von Kaufpreisallokationen sowie für steuerliche Bewertungsanlässe. MM

* Dr. Ekaterina Lohwasser ist Direktorin der Accuracy Deutschland GmbH in 80538 München, Tel. (0 89) 6 66 17 70 12, ekaterina.lohwasser@accuracy.com; Michael Borszik ist Senior Manager bei Accuracy.

(ID:43039430)