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Finanzen Immaterielle Vermögenswerte: was sind sie wert?

| Autor / Redakteur: Ekaterina Lohwasser und Michael Borszik / Claudia Otto

Ein bedeutender Teil des Unternehmenswertes generiert sich aus immateriellen Vermögenswerten (Intellectual Property = IP). IP umfasst vor allem Technologien, Patente, Marken, Kundenbeziehungen oder ungeschütztes Wissen. Dabei stellt sich die Frage, wie diese Vermögenswerte bewertet werden können.

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Für zahlreiche unternehmerische Entscheidungen stellt sich die Frage, wie das Wertpotenzial von IP verlässlich aufgedeckt werden kann.
Für zahlreiche unternehmerische Entscheidungen stellt sich die Frage, wie das Wertpotenzial von IP verlässlich aufgedeckt werden kann.
( © fotogestoeber - Fotolia)

Die hohe ökonomische Bedeutung von IP kann exemplarisch anhand von Patenten verdeutlicht werden. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Neuanmeldungen stetig gestiegen. 2013 wurden allein in Deutschland mehr als 63.000 Patente angemeldet, was einem Anstieg von 3 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Aktuelle IP-bezogene Rechtsstreitigkeiten zwischen Smartphone-Herstellern wie Apple, Google, Motorola und Samsung bestätigen ebenfalls, dass IP den Erfolg eines Geschäftsmodells maßgeblich bestimmen kann. Gleichzeitig besteht bisher weitgehend Intransparenz über den tatsächlichen Wert dieser Vermögensgegenstände, unter anderem aufgrund nicht zwingender Bilanzierung. Schließlich darf selbsterstelltes IP weitgehend nicht aktiviert werden oder es bestehen große Ermessensspielräume. Für Patente und Technologien werden ausschließlich die Entwicklungskosten bilanziert, andere Arten von IP wie Marken oder Kundenstämme tauchen in der Bilanz erst gar nicht auf.

Für viele unternehmerische Entscheidungen im Zusammenhang mit IP im Rahmen von Lizenz-, Kauf- und Verkaufstransaktionen, steuerlich bedingten Verlagerungen, Finanzierungen oder wertorientiertem IP-Management stellt sich somit die Frage, wie das Wertpotenzial von IP verlässlich aufgedeckt werden kann. Die grundsätzliche Herausforderung in diesem Zusammenhang lautet: Mit welchen Bewertungsmethoden sollen monetäre Werte für das IP ermittelt werden und wie verlässlich sind diese?

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Ergebnisse auf dem Weg zu einer einheitlichen IP-Bewertung

Aufgrund der von Bewertungsexperten geführten Diskussionen zur Verlässlichkeit und einer angestrebten Vereinheitlichung der Bewertungsansätze haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen gebildet, was im Ergebnis zur Erstellung verschiedener Bewertungsstandards führte. Neben internationalen Standards, wie der ISO-Norm 10668 zur Markenbewertung, existieren heute auch Standards auf nationaler Ebene, wie die Norm 77100 zur Patentbewertung des Deutschen Instituts für Normung (DIN) oder der Standard S5 des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland. Letzterer ist als offener Standard konzipiert und umfasst neben allgemeinen Grundsätzen Besonderheiten für die Bewertung von einzelnen immateriellen Vermögenswerten wie Marken, kundenorientiertem IP sowie Technologien.

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