Kantenfräsen In einem Arbeitsgang zu präzise gefrästen Kanten
Für den Bau des neuen Produktionsgebäudes eines internationalen Rohstoffunternehmens sollten 4500 t Stahl verarbeitet werden. Dabei wurden dreifach beschichtete Stahlteile eingesetzt, bei denen eine optimale Kantenvorbereitung eine übergeordnete Rolle spielte.
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4500 t Stahl soll das Familienunternehmen Unger bei einem neuen Projekt verarbeiten. „Stahl und Salz – eine heikle Kombination“, erklärt Produktionsleiter Enrico Kalischnig. „Das bedeutet extrem hohe Anforderungen an den Korrosionsschutz; genau gesagt, gilt hier die höchste Korrosionsschutzklasse C5.“ Diese gilt sonst nur für Bauteile, die extremen Witterungen ausgesetzt sind – beispielsweise Schiffs- oder Hafengeländer. Die Stahlteile werden dreifach beschichtet, die Schicht muss mindestens 320 μm stark sein. „Bei scharfkantigen Stahlbauteilen haben wir das Problem der Kantenflucht – die Beschichtung ist an diesen Stellen dünner und unregelmäßig“, sagt Kalischnig. „Daher spielt die optimale Kantenvorbereitung für die Beschichtung bei diesem Projekt eine extrem wichtige Rolle.“
Kegelsenker kam schnell an seine Grenzen
Eine echte Herausforderung für Kalischnig und sein Team. Kanten hatten sie bisher mit dem Winkelschleifer bearbeitet, in Bohrungen wurde ein Kegelsenker eingesetzt. Doch die so erzeugten Fasen waren nicht gleichmäßig genug, um die Kantenflucht der Beschichtung zu vermeiden. Besonders bei den Bohrungen gilt es präzise zu arbeiten, denn die Verbindungsstücke von Stahlbaukonstruktionen sind sehr korrosionsanfällig. Der Kegelsenker kam im Dauereinsatz aber schnell an seine Grenzen. „Beim Senken hatten wir relativ geringe Standzeiten und einen hohen Werkzeugverschleiß. Darüber hinaus war die Anwendung unhandlich und zeitintensiv“, erinnert sich Kalischnig. Bei Tausenden Bohrungen, die das Unger-Team bei diesem Projekt für die Beschichtung vorbereiten musste, war das keine gute Lösung.
Bei dem Besuch eines Lieferanten wurde Kalischnig auf die kompakten Kantenfräsen von Metabo aufmerksam. Die KFM 9-3 RF und das akkubetriebene Pendant KFM 18 LTX 3 RF hat der Nürtinger Elektrowerkzeug-Hersteller speziell für die präzise Metallbearbeitung wie das Brechen und Abrunden von Bohr- und Standkanten, das Anfasen von Rohren sowie das Entgraten von konturreichen Blechen entwickelt. Die kompakten Geräte fräsen 45°-Fasen bis 4 mm und Radien von 2 bis 3 mm. „Der Radius ist für unsere Anwendung die optimale Form. Die abgerundeten Kanten an den Bohrungen ermöglichen eine gleichmäßige Beschichtung. Als wir das gesehen haben, war uns gleich klar, dass wir damit den geforderten Korrosionsschutz sicherstellen können müssten“, erklärt Kalischnig. Er forderte kurzerhand drei Testmaschinen bei Metabo an und beauftragte seinen Abteilungsleiter für Zusammenbau und Schweißen, Johann Winkler, die Kantenfräsen zu testen.
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