Kantenfräsen

In einem Arbeitsgang zu präzise gefrästen Kanten

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Gleichmäßige Oberflächen der Radien

„Wir waren schnell überzeugt“, berichtet Winkler. „Die Bedienung ist sehr einfach und die Maschinen liegen auch bei längeren Arbeiten gut in der Hand. Wir kommen deutlich schneller voran als mit dem Senkbohrer – und das bei einem einwandfreien Ergebnis: Die Oberflächen der Radien sind sauber und gleichmäßig, wir müssen nichts nachbearbeiten.“ Der Universalfräskopf lässt sich einfach und werkzeuglos einstellen und die Umstellung von Radius zu Fase ist ohne einen Wechsel des Plattensitzes möglich. Durch integrierte Rastpunkte kann die Frästiefe schnell und einfach auf den Zehntelmillimeter genau eingestellt werden. Beim Arbeiten bleibt sie sicher in der gewünschten Position.

Obwohl das Team auf Anhieb von den Kantenfräsen überzeugt war, stand die Feuerprobe noch aus. „Die zentrale Frage war, ob die Beschichtung nachher auch wirklich die in der Korrosionsschutzklasse C5 geforderte Qualität hat“, sagt Kalischnig. „Doch dann kam das erste Teil aus der Beschichtung und das Ergebnis war perfekt. Diese Maschinen haben unser Problem damit tatsächlich gelöst.“ Seit diesem Zeitpunkt sind neun kompakte Kantenfräsen bei Unger im Dauereinsatz. Mehrere Stunden pro Tag fräsen die Mitarbeiter damit die Kanten der Bohrungen in den Platten und großen Trägern. Vorder- und Rückseite einer Stahlplatte mit sechs Bohrungen sind mit der Maschine in knapp 60 s zu schaffen. Der 900 W starke Marathon-Motor liefert die dafür nötige Leistung. Mit nur 2,5 kg Gewicht ist die Maschine besonders leicht und kompakt. „Die Kantenfräsen sind sehr handlich, dadurch sind wir damit viel mobiler als bisher. Das ist vor allem bei sperrigen Bauteilen ein Vorteil. Auch die Robustheit ist ein Pluspunkt, weil die Fräsen bei uns ganz schön was aushalten müssen. Die Wendeplatten haben darüber hinaus hohe Standzeiten, sodass unsere Kosten für Verschleißteile deutlich gesunken sind“, sagt Winkler. Die Kanten werden nun direkt nach dem Zuschnitt vor Ort bearbeitet – und damit sind die Bauteile sofort bereit für die Weiterverarbeitung.

Auch für die neuen großen Kantenfräsen von Metabo zur Schweißnahtvorbereitung, die Unger vor Kurzem getestet hat, sieht Kalischnig Potenzial. Mit ihnen lassen sich Fasenwinkel von 0 bis 90° bis zu einer Fasenhöhe von 15 mm bei 45° bewältigen. „Der große Vorteil gegenüber Winkelschleifern und Schneidbrennern ist die hohe Oberflächengüte. Das hängt unter anderem auch damit zusammen, dass das Material beim Abtragen kalt bleibt“, sagt Winkler. „Hitze verändert das Gefüge des Stahls und bewirkt eine Aufhärtung der Oberfläche. Das ist gerade in Sachen Korrosionsschutz nicht optimal. Darüber hinaus entsteht eine Schlacke, die natürlich erst mal wieder entfernt werden muss. All das hat man bei der Arbeit mit Kantenfräsen nicht. Die Oberflächengüte ist hervorragend – deswegen ist das für uns hochinteressant.“ MM

* Johanna Quintus ist Redakteurin bei Communication Consultants in 70565 Stuttgart, Tel. (07 11) 9 78 93 23, quintus@cc-stuttgart.de, weitere Informationen: Metabowerke GmbH in 72622 Nürtingen, Tel. (0 70 22) 72-0, metabo@metabo.de

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