Maschinenabdeckung Individueller Schutz für die Maschine

Ein Gastbeitrag von Stefanie Michel 4 min Lesedauer

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Mensch und Maschine schützen: Für spezielle Einbausituationen hat Hema Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen entwickelt. Diese lassen sich sehr flexibel an spezielle Anwendungen anpassen – wie das Beispiel eines niederländischen Kunden zeigt.

Hema lieferte die Gliederschürze komplett mit Führungsschienen, Sensoren, Motor und einer Kontaktleiste. Auch Sichtfenster sind möglich.(Bild:  Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH)
Hema lieferte die Gliederschürze komplett mit Führungsschienen, Sensoren, Motor und einer Kontaktleiste. Auch Sichtfenster sind möglich.
(Bild: Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH)

Sie sollen zuverlässigen Schutz bieten, aber auch im Bedarfsfall den schnellen Zugang zum Arbeitsraum ermöglichen: Schutzsysteme für Maschinen. Mit ihrer 45-jährigen Erfahrung entwickelt und produziert die Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH zuverlässige Schutzsysteme für Maschinenanwendungen. Eine umfassende Kompetenz hat das Unternehmen im Bereich der Faltenbälge. Speziell für kritische Einbausituationen mit beengten Platzverhältnissen hat der Experte außerdem Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen entwickelt, die maßgeschneidert an die konkreten Kundenanforderungen angepasst werden können.

Rollbandabdeckungen sind eine platzsparende Alternative zu Faltenbalgabdeckungen, wenn eine vollständige Abdeckung nicht erforderlich ist. „Rollbandabdeckungen sind grundsätzlich aus technischem Gewebe und Stahlband“, erklärt Andreas Seifert, Regional Sales Manager bei Hema. Doch bei den einzelnen Materialien bietet Hema eine große Vielfalt. Die Grundfaser ist in der Regel Polyester, das je nach Anforderung mit verschiedenen Werkstoffen beschichtet wird: mit hitzebeständigem Kevlar, mit Glasfaser, thermoplastischen Werkstoffen oder sogar mit Neopren, das eine große Beständigkeit gegen Öl aufweist.

Vermehrter Einsatz bei Schweißrobotern

Rollbandabdeckungen, mit oder ohne Gehäuse, lassen sich individuell an die Einbausituation anpassen.(Bild:  Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH)
Rollbandabdeckungen, mit oder ohne Gehäuse, lassen sich individuell an die Einbausituation anpassen.
(Bild: Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH)

Rollbandabdeckungen werden bei beengten Platzverhältnissen eingesetzt und gewährleisten einen gewissen Schutz vor Spänen und Kühlmitteln. „Außerdem ermöglichen sie einen zuverlässigen Eingreifschutz und verhindern, dass Menschen mit der Hand in sonst offene Maschinenanwendungen kommen“, so Seifert. Leit- und Zugspindeldrehmaschinen etwa sind klassischerweise offen konstruiert; Rollbandabdeckungen bieten dort Schutz für die Maschinenbediener. Gleiches gilt für Hubtischanwendungen, bei denen kein Platz für eine Faltenbalgabdeckung ist.

Auch im Innenraum von CNC-Maschinen kommen Rollbandabdeckungen zum Einsatz, um den Arbeitsraum während der Arbeit von der Werkzeugwechselstation abzutrennen und diese so vor Verschmutzungen zu schützen. Ein in letzter Zeit vermehrt nachgefragter Einsatz ist der Schutz von Schweißrobotern. „Dabei kommen besonders hitzebeständige Werkstoffe zum Einsatz“, erklärt Seifert.

Passende Abdeckung im Rahmen eines Retrofits

Eine weitere, flexibel zu öffnende Schutzeinrichtung bietet Hema mit seinen Gliederschürzen. Diese bestehen zumeist aus Aluminiumhochprofilen, die mithilfe eines Polyurethan-Kederprofils verbunden werden, und bieten einen noch höheren Schutz als Rollbandabdeckungen. Hema hat sie in Profilstärken von 14, 8 und 5,5 mm im Angebot.

Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen können nicht nur in Erstausstattung, sondern auch im Rahmen eines Retrofits der Maschine eingebaut werden. Hema liefert sie mit zwei verschiedenen Antriebsarten: mit Federantrieben oder elektrischen Antrieben. Federantriebe eignen sich für hohe Laufleistungen bei geringer Beanspruchung und für Kunststoffbänder. Die Federn werden aus einem hochwertigen Spezialdraht gefertigt, der eine bis zu zehnmal höhere Lebensdauer als herkömmliche Federdrähte erreicht. Bei Anwendungen mit hoher Zugkraftbeanspruchung kommen elektrische Antriebe zum Einsatz. Diese erfordern jedoch eine Führung sowie Sensoren und Kontaktleisten, um den Schutz von Menschen im Gefahrenbereich zu garantieren.

Bei den Rollbandabdeckungen legt Hema besonderen Wert auf Langlebigkeit. Das Unternehmen hat seine Antriebe in einem Langzeittest über 1,25 Millionen Zyklen unterzogen und dabei keinerlei Funktionseinschränkungen festgestellt.

Entwicklung zusammen mit den Kunden

Für einen niederländischen Kunden entwickelte Hema eine Gliederschütze mit Sichtfenster, die umgelenkt wird.(Bild:  W.H.M. Machinebouw B.V)
Für einen niederländischen Kunden entwickelte Hema eine Gliederschütze mit Sichtfenster, die umgelenkt wird.
(Bild: W.H.M. Machinebouw B.V)

In Zusammenarbeit mit den Kunden entwerfen die Experten von Hema maßgeschneiderte Schutzkonzepte mit Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen. „Gerade wenn es um beengte Bauräume und spezielle räumliche Anforderungen geht, ist die individuelle Auslegung der Schutzsysteme wichtig“, betont Seifert. Ihre besonderen Vorteile können Rollbandabdeckungen und Gliederschürzen bei Anwendungen ausspielen, bei denen umgelenkt wird.

Besondere Anforderungen waren auch bei einer Anwendung verlangt, die die Experten von Hema mit einem niederländischen Familienbetrieb zusammen entwickelt haben. Das Unternehmen fertigt Maschinen zum Kürzen, Stanzen oder Walzprofilieren nach Kundenanforderung. Für den Spezialauftrag eines seiner Kunden, eine Honmaschine, brauchte er eine flexible Frontabdeckung. Das Besondere: Diese Abdeckung sollte umgelenkt werden, transparente Elemente enthalten, um die Sicht in den Maschineninnenraum zu ermöglichen, und relativ groß sein.

Gliederschürze mit Sichtelementen

Wie Seifert berichtet, waren die Spezialisten von Hema auch mehrmals vor Ort in den Niederlanden. Es wurde diskutiert und überlegt, es wurden 3D-Modelle entworfen, es wurde entwickelt und gebaut. Und nach gut zehn Wochen erhielt der Kunde eine Gliederschürze aus Aluminiumprofilen mit integrierten Sichtfenstern aus Polycarbonat in den Abmessungen 1.700 mm × 1.500 mm. Hinzu kamen Führungsschienen, Sensoren, ein Motor und eine Kontaktleiste, die dafür sorgt, dass der Motor stoppt, wenn ein Maschinenbediener in den Fahrbereich der Gliederschürze kommt. Damit lässt sich die Gliederschürze von einer schrägen in eine vertikale Führung umlenken.

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Seit zwei Jahren hat der Anwender die Maschine in Betrieb und ist wie der niederländische Hema-Kunde vollauf zufrieden. „Mit unserem tiefen Verständnis der Anforderungen von Maschinenherstellern und unserer jahrelangen Erfahrung mit Schutzsystemen konnten wir für den Maschinenhersteller eine ideale Lösung entwickeln“, so Andreas Seifert. „Gerade beim Maschinenschutz geht doch nichts über individuell an den Anwendungsfall angepasste Systeme.“

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