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Energieeffizienz

Industrie 4.0 erreicht die Druckluft

| Autor / Redakteur: Ulrike Böhm / Sebastian Hofmann

Mit seinem Start-up Looxr will Mader Kunden smarte Anwendungen bereitstellen, die ihre Drucklufttechnik energieeffizienter und kostengünstiger machen.
Mit seinem Start-up Looxr will Mader Kunden smarte Anwendungen bereitstellen, die ihre Drucklufttechnik energieeffizienter und kostengünstiger machen. (Bild: Looxr)

Kosteneinsparung Die Digitalisierung kann kaum eine Sparte so revolutionieren wie die Drucklufttechnik – egal ob im Leckagemanagement oder bei der Anlagenüberwachung. Ein junges Start-up von Mader zeigt jetzt, wie effiziente Druckluft 4.0 aussieht.

Kaum etwas ist für Industrieverantwortliche so ärgerlich und so kostspielig wie Leckagen in Druckluftanlagen. Schon kleine undichte Stellen können Unternehmen um Tausende Euro pro Jahr bringen. Je höher der Druck oder je größer die Löcher, desto gewaltiger der finanzielle Verlust.

Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Peter Maier und Werner Landhäußer vom Druckluft- und Pneumatikspezialisten Mader haben jetzt ein Start-up gegründet, das dieser Energie- und Geldverschwendung einen Riegel vorschieben soll. Das Ziel von „Looxr“ ist es, den bis dato stark analogen Druckluftmarkt zu digitalisieren und so für Betriebe die maximale Transparenz, Versorgungssicherheit und Energieeffizienz aus ihrem Druckluftsystem herauszuholen. Dabei arbeitet das junge Unternehmen komplett herstellerunabhängig mit Komponenten und Anlagen aller Marken.

Kostenersparnisse über 34.000 Euro

Ein erster Ansatzpunkt des Start-ups sind Druckluftleckagen. Leckageortungen macht Mader zwar schon lange, allerdings waren sie in der Vergangenheit immer verbunden mit viel Papier, Excellisten und einem viel zu großen Verwaltungsaufwand. Innerhalb weniger Monate entwickelte man deshalb die Mader-Leckage-App – zunächst jedoch nur für den internen Gebrauch. Nach zahlreichem positiven Feedback kommt die Anwendung samt einem dazugehörigen Onlineportal inzwischen aber sogar weltweit zum Einsatz.

Energiekosten bei Druckluftleckagen  
   
Durchmesser der LeckageAusströmende Luftmenge bei 7 barEnergiekosten
mml/minEuro/Jahr
172442
23001757
36703857
412006857
6267015.334
10744043.142
   
   
Werte bei 8760 h/a und 0,15 Euro/kWh 

App-Nutzer der ersten Stunde und Mitstreiter auf dem Weg zur „digitalen Druckluft“ ist die Cooper Standard Automotive GmbH. Der amerikanische Automobilzulieferer produziert an seinem deutschen Standort in Schelklingen Brems- und Kraftstoffleitungen. Das Unternehmen war 2015 bei der Suche nach einem Partner für seine Drucklufterzeugung mit Mader zusammengekommen. Der Anbieter überzeugte mit seinem Druckluftkonzept, das die Lieferung eines „schlüsselfertigen“ Druckluftcontainers beinhaltete und ein Einsparpotenzial von über 64.000 Euro pro Jahr gegenüber der vorherigen Druckluftanwendung aufdeckte – einer vorgelagerten Energieeffizienzanalyse sei Dank. „Den Großteil der Einsparungen, nämlich über 34.000 Euro, konnten wir durch die Ortung und Beseitigung von Druckluftleckagen realisieren“, erinnert sich Looxr-Gründer Peter Maier. Die Leckage-App des Unternehmens nutze der Kunde nach wie vor, inzwischen sogar europaweit.

Unterstützung bei der Predictive Maintenance

Zudem zeigt sich Cooper Standard Automotive offen für die Beteiligung an einem Pilotprojekt zu „Druckluft 4.0“. Die im Druckluftcontainer installierten Sensoren liefern kontinuierlich Informationen zum Zustand der Anlage und machen damit eine vorausschauende Instandhaltung möglich. „So können wir rechtzeitig eingreifen, falls sich technische Probleme anbahnen, und den Kunden informieren, wenn Anomalien in den Daten erkennbar sind“, erklärt Maier.

Dank der neuen Software rückt die Vision der beiden Looxr-Gründer, Wettbewerbsvorteile durch eine digitalisierte Druckluftkette zu ermöglichen, in greifbare Nähe. So wird mithilfe der Anwendung inzwischen auch ein Pay-per-Use-Konzept für Druckluft umgesetzt. Geht es nach der Vorstellung der beiden, bezahlen Unternehmen nur noch genau das, was sie an Druckluft verbrauchen, und müssen sich darüber hinaus nicht mehr um das Thema kümmern. „Es betreibt ja auch nicht jedes Unternehmen ein eigenes Kraftwerk, um Strom zu erzeugen“, sagt Landhäußer.

Zwar müsse die Kompressorstation aus technischen Gründen nach wie vor in der Nähe des Verbrauchsorts stehen, aber das sei auch der einzige Unterschied. Im Gegensatz zum Contracting-Konzept, das andere Marktteilnehmer anbieten würden, müsse der Pay-per-Use-Kunde außerdem keine monatliche Mindestmenge abnehmen. „Bezahlt wird, was tatsächlich verbraucht wird“, so Landhäußer.

* Ulrike Böhm arbeitet im Bereich Public Relations bei Looxr in 70771 Leinfelden-Echterdingen

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