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Industrie 4.0 im Mittelstand

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Man könne heute bei Umorganisationen eines Kunden direkt am Telefon verbindliche Termine zusagen. Viele weitere kleine Automatisierungsvorteile, die man mittlerweile als selbstverständlich ansehe: wie auf Knopfdruck bei der Auftragsfreigabe alle Unterlagen eines Auftrags bereit zu haben inklusive der Zeichnung, die vorher aufwendig per Hand herausgesucht, kopiert und eingeheftet wurde, Ordnerablagen oder Karteischränke haben sich weitgehend erübrigt. Auch könne es nicht mehr passieren, dass vereinzelt Aufträge dann, wenn man sie braucht, einfach verschwinden.

Die gute Zusammenarbeit mit Gewatec zeigte sich besonders bei einigen Anforderungen von August Weckermann, deren Lösungen jeweils Eingang fanden in den Standard des ERP-Systems. Eine war die Entwicklung der Schnittstelle zum neuen Hochregallager mit 40.000 Lagerplätzen. Wird jetzt an einem Tag bis 11:00 Uhr bestellt, sind die Teile am nächsten bis 12:00 Uhr beim Kunden. Die Entnahme (oder die Einlagerung) wird in Gewatec ausgelöst und das Lagersystem generiert automatisch den Kommissionierauftrag. Durch die Verbindung des Gewatec-ERP zur Lagersteuerung von Kardex hat sich die Entnahmezeit halbiert und das Fehlerniveau im Logistikbereich um 95 % reduziert.

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Materialumbuchungen als Industrie-4.0-Prozess

Eine andere Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen von August Weckermann und Gewatec ergab den automatisierten Buchungsvorgang einer kompletten Palette per Foto mit dem Tablet. Die Grundidee war, eine Palette mit mehreren Auftragskörben an einem Arbeitsplatz komplett an- und abzubuchen oder den Bearbeitungszustand umzubuchen von „halbfertig“ auf „fertig“ und nicht alle einzelnen Aufträge umständlich per Hand ummelden zu müssen.

An jedem Auftragskorb ist eine Laufkarte mit einem QR-Code angebracht, der Charge und Anzahl der Teile beinhaltet. Mit einem Android-Tablet, auf dem eine von Gewatec entwickelte App läuft, wird ein Foto von der Palette erstellt und die ausgewählte Umbuchung aller Laufkarten zum Beispiel von Abteilung A auf Abteilung B erfolgt dann automatisch. Das Besondere an der App ist, dass sie beliebig viele QR-Codes auf einem Foto identifizieren kann. „Die auf den gängigen Plattformen wie Playstore angebotenen Apps können nur einen einzigen QR-Code aus einem Foto herausziehen. Aber das Entscheidende: Mit dieser Tablet-Lösung, die für mich eine echte I4.0-Anwendung darstellt, sparen wir bei den Materialumbuchungen im Jahr etwa 800 Stunden Arbeitszeit“, erklärt der Juniorchef.

Der Fotosansatz mit dem Tablet wird auch in anderen Bereichen eingesetzt werden. Der Lieferschein für die Außerhausfertigung bei Subunternehmen wie Galvanikfirmen wird bereits über Foto per Knopfdruck erstellt. Angedachte weitere Lösungen sind eine Anzeige der Wertschöpfung oder bei einem Qualitätsproblem die Anlage einer Sperrreklamation im System per Tablet.

„Die Prozesse, die wir aufgestellt haben, finden auch bei unseren Kunden Anerkennung, sodass zum Beispiel einer der größten eine Einordnung als C-Lieferant hochgestuft hat auf A-Lieferant“, freut sich David Duttlinger. Und er ist sich sicher: „Die Einführung des Gewatec-ERP und die damit verbundene Digitalisierung hat uns Stand heute mindestens eine Steigerung der Produktivität von 10 % eingebracht.“

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zu Eduard Rüsing

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* Eduard Rüsing ist freier Fachjournalist in 76227 Karlsruhe;

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