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Digitalisierung

Industrie 4.0 überwindet Grenzen

| Redakteur: Stéphane Itasse

Fraunhofer-Forscher zeigen auf der Hannover Messe vom 1. bis 5. April 2019 mit schwedischen Experten, wie sich eine vernetzte Produktion für die Industrie 4.0 sogar über Ländergrenzen hinweg realisieren lässt.

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Am Anwendungsfall der Zahnradherstellung erforschen Fraunhofer-Mitarbeiter mit Experten aus Schweden Industrie-4.0-Systeme für die vernetzte, adaptive Produktion.
Am Anwendungsfall der Zahnradherstellung erforschen Fraunhofer-Mitarbeiter mit Experten aus Schweden Industrie-4.0-Systeme für die vernetzte, adaptive Produktion.
(Bild: WZL der RWTH Aachen/Peter Winandy)

Viele Industrieunternehmen sind heute in mehreren Ländern aktiv. Doch obwohl überall die gleichen Maschinen stehen und identische Produktionsvorschriften gelten, variiert die Qualität der Produkte oft, wie das Fraunhofer-IPT berichtet. Die Forscher haben deshalb mit schwedischen Partnern Produktionsanlagen standortübergreifend vernetzt. Das Ergebnis ist das „Swedish-German Test-bed for Smart Production“, in dem künftig neue Verfahren für die vernetzte Produktion entwickelt und geprüft werden können. Ziel ist es, die Produktion zu optimieren und effizienter zu machen.

Das Testbed verteilt sich zunächst auf die drei Standorte Aachen, Chemnitz und Stockholm. Mit von der Partie sind unter anderem die Aachener Fraunhofer-Institute für Produktionstechnologie IPT, für Lasertechnik ILT sowie Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU aus Chemnitz, das Powertrain Manufacturing for Heavy Vehicles Application Lab (PMH Application Lab) an der Königlich-Technischen Hochschule in Stockholm, die Fahrzeughersteller Scania und Volvo sowie der schwedische Telekommunikationskonzern Ericsson. „Damit haben wir viele Partner aus verschiedenen Branchen versammelt, mit denen wir Produktionsumgebungen für die Industrie 4.0 entwickeln und testen werden“, sagt Jannik Henser, geschäftsführender Direktor des PMH Application Lab in Stockholm. „Ein Schwerpunkt liegt hier auf dem 5G-Mobilfunkstandard, der künftig die Produktionsmaschinen und die Steuerzentrale verknüpft.“

Die ersten Produkte, für die derzeit im schwedischen Testbed eine vernetzte Produktion aufgebaut wird, sind Getriebeteile, die in Nutzfahrzeugen von Scania und Volvo zum Einsatz kommen. An diesem Beispiel, das auch auf der Messe vorgestellt wird, wollen die Experten die herkömmliche Produktion gleich in mehrfacher Hinsicht verbessern – unter anderem die Bearbeitung von Metallteilen in Werkzeugmaschinen, in denen ein Werkstück durch den Fertigungsprozess „Wälzschälen“ in ein Getriebeteil verwandelt wird. Bei diesem Prozess wird vom Bauteil, wie der Name schon andeutet, Metall hochpräzise abgeschält. „Es kommt hier auf Präzision im Bereich weniger Mikrometer an“, erläutert Prof. Thomas Bergs vom Fraunhofer-IPT. 5G ermöglicht hier eine adaptive Fertigung in Echtzeit.

Fraunhofer-IPT auf der Hannover Messe 2019: Halle 2, Stand C 22

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