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Rückführung der Regeldaten
Audi-Werkzeugbau ist bereits pionierhaft den Weg zum intelligenten Werkzeug gegangen: Wie haben Sie Ihren Werkzeugbau digitalisiert, und was planen Sie für die Zukunft?
Michael Breme: Zum Beispiel mit der Rückführung der Regeldaten der intelligenten Werkzeuge: Wesentliche Informationen zur Qualität des Werkzeuges und des Prozesses liefern die Regeltätigkeiten der Sensoren im intelligenten Werkzeug. Damit lassen sich beispielsweise gute von weniger guten Platinen-Chargen unterscheiden. So wird es möglich, frühzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten. Nicht unerwähnt bleiben darf die Systemintegration in die Qualitätserfassungssysteme der Produktion: Seit kurzem stehen uns dafür Softwaretools zur Verfügung, die kontinuierlich erweitert werden. Diese Qualitätstools bilden uns jederzeit den Qualitätsstand eines bestimmten Fahrzeugprojektes transparent ab. Sie dienen als Bindeglied zwischen Aufgaben aus Qualitätsprozessen sowie der Projekt- und Kapazitätsplanung des Werkzeugbaus.
Eine wichtige Rolle spielt auch die weltweite dezentrale Messdatenerfassung und virtuelle Qualitäts-Analyse: Bauteile, Werkzeuge und Automobile lassen sich in unserer neuen Roboter-Duplexmesszelle innerhalb weniger Stunden qualitativ bewerten. Außerdem ist nun eine Rückführung der Daten und Erfahrungen während der Lebensdauer eines Werkzeugs möglich, weil das Presswerk seit Mai 2015 in den Audi-Werkzeugbau integriert ist.
Wie unterstützen Sie Werkzeugmaschinenhersteller bei der Digitalisierung?
Michael Breme: Bei Neuinvestitionen besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen den Maschinenherstellern und dem Audi-Werkzeugbau. Aktuelles Beispiel hierfür sind die Schnittstellen-Definitionen für die Anbindung der Intelligenten Werkzeuge an die Pressensteuerung und die gemeinsame Definition von Abnahmekriterien.
Doch was hält ein Automobilhersteller mit eigenem Werkzeugbau von der Moulding Area und dem neuen Konzept der METAV Düsseldorf? Werden Audi-Vertreter sie im Februar 2016 besuchen?
Michael Breme: Ständige Weiterbildung der Mitarbeiter ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Erfolgs. Nur wer stets auf dem neuesten Stand der Technik ist und sich für Neuerungen und technischen Fortschritt interessiert, kann technologische Hightech-Produkte herstellen. Dabei nutzen wir alle gängigen Informationsquellen. Wir werden sicherlich an der Metav teilnehmen.
Vielen Dank für das Gespräch!
* Das Interview führte Nikolaus Fecht, Fachjournalist aus Gelsenkirchen
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