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Hohe Frachtkosten der Lieferanten versus hohe Lagerhaltungskosten

Ehrhardt Thiel, im Daimler-Konzern als Leiter Logistik und Lieferantenmanagement für die Werke Kassel, Gaggenau und Rastadt verantwortlich, die wiederum dem weltgrößten Lkw-Werk im rheinland-pfälzischen Wörth zuliefern, bringt es auf den Punkt: „Wir sehen eine zunehmende Bedeutung der Informationstechnologie. In Kassel haben wir schon immer den Versuch gehabt, mit Computer-basierten Systemen die Steuerung zu fahren.“ Deshalb hat man in Kassel auch relativ früh eine komplette SAP-Logistik aufgebaut, die Systeme mit SAP gesteuert.

Der große Treiber sind für Thiel die Frachtkosten. Zwar habe man im gesamten Konzern ein einheitliches Transportkonzept: Direkt-Relationen, Gebiets-Speditionen und den klassischen Kurier-, Express- und Paketversand. Im Verkehr mit den etwa 700 Lieferanten, mit denen feste Relationen bestehen, liege die Auslastung der Lkw aber gerade einmal bei 40 bis 50%.

Problematisch für das Unternehmen stelle sich auch die unglaubliche Varianz in der Aggregate-Welt dar. Das Jahr 2009 beispielsweise sei das „Jahr der Feuerwehrautos“ gewesen. „Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele Kommunen da ein Feuerwehrauto gebraucht haben“, so Thiel. Und die benötigen eine spezielle Vorderachse, deren Produktionsanlage normalerweise aber aufgrund der sonst üblichen hiesigen konstanten und der dort höheren Nachfrage in Brasilien stehe.

Webbasierte Software soll Warenströme optimal einstellen

Thiels Grundproblem: Auf der einen Seite hohe Frachtkosten der Lieferanten, auf der anderen Seite hohe Lagerhaltungskosten. Gelöst wurde das Problem mit dem sogenannten Web Supply Network Optimizer. Diese webbasierte Software soll dafür sorgen, dass die Warenströme von den Daimler-Lieferanten bis ins Werk Kassel auf ein Optimum eingestellt sind. In einem zweistufigen Prozess wird aus vorhandenen Daten der Transport-Modus festgelegt.

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