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Rheinhütte Pumpen

Intelligentes Planungssystem schafft Basis für Industrie 4.0

| Autor / Redakteur: Andreas Gladis / Rebecca Vogt

Rheinhütte Pumpen hat seine Produktions- und Lieferkette mit einem intelligenten Planungssystem optimiert.
Rheinhütte Pumpen hat seine Produktions- und Lieferkette mit einem intelligenten Planungssystem optimiert. (Bild: Inform)

Zur Planung seiner gesamten Supply Chain setzt der Pumpenhersteller Rheinhütte Pumpen auf eine intelligente Software. Über diese können Kunden und Lieferanten in die Planung eingebunden werden. In der Produktion selbst steuert das System die Reihenfolge der Arbeitsgänge. Der Pumpenhersteller konnte seine Liefertreue so um 50 % steigern.

„Was Industrie 4.0 ist, muss jedes Unternehmen für sich selbst definieren“, sagt Thomas Schmand, Head of Global Operations bei Rheinhütte Pumpen. Der Spezialmaschinenbauer gehört zu den Weltmarktführern für chemische Pumpen. „Industrie 4.0 bedeutet für Rheinhütte Pumpen, dass wir uns als produzierendes Plattform-Business verstehen, das Kunden, Lieferanten und seine eigenen wertschöpfenden Prozesse über eine integrierte End-to-End-Supply-Chain verbindet.“ Die technische Basis für den Ansatz des Pumpenherstellers ist das intelligente Planungssystem Felios, das der Aachener Software-Anbieter Inform bereitstellt.

Rheinhütte Pumpen ist ein typischer Spezialmaschinenbauer deutscher Prägung: In Einzel- und Kleinserienfertigung produziert das Unternehmen in zwei Werken chemische Pumpen für den Weltmarkt. Die Kunden setzen diese vor allem im Umgang mit aggressiven Medien ein – etwa für Salzschmelzen oder Schwefelsäuren. Der Pumpenbauer versteht sich sowohl als Werkstoff- als auch als Abdichtungsspezialist. Das Unternehmen produziert heute rund 1500 Pumpen pro Jahr, deren Investitionsvolumina zwischen 4000 Euro und 100.000 Euro liegen.

Wachstum erfordert neue Planungswerkzeuge

Gefertigt wird – mit Durchschnittsproduktionszeiten von vier Wochen respektive zwölf Monaten – in den beiden Modi „Assembled to order“ beziehungsweise „Engineered to order“. Lange hat der Pumpenhersteller seine Produktion aufgrund des breiten Produktspektrums per Hand geplant. Jedoch war das Unternehmen irgendwann aus diesem quasi manufakturartigen Planen und Fertigen herausgewachsen, weswegen man neue Werkzeuge benötigte, um Prozesse effizienter gestalten zu können.

Aus Planungsperspektive wurde es immer schwieriger, den notwendigen Überblick über die Vielzahl der aktiven Aufträge mit ihren verschiedenen Laufzeiten zu behalten. Gerade bei langfristigen Fertigungsaufträgen machte sich dies durch eine abnehmende Liefertreue bemerkbar. Zudem fehlte eine ganzheitliche Planung über alle Bereiche hinweg. Deshalb begann man bei Rheinhütte Pumpen nach einer Lösung zu suchen, mit der sich die Planung der sehr speziellen Prozesse optimieren lassen sollte.

Traditionelle ERP- oder Produktionsplanungssysteme kamen hierfür nicht infrage, da sie nicht mit begrenzten Kapazitäten arbeiten können, was im Spezialmaschinenbau aber unbedingt notwendig ist. Hier kommt es darauf an, durch eine intelligente Reihenfolgeplanung Arbeitsgänge so auf die real vorhandenen Maschinen- und Mitarbeiterkapazitäten zu verteilen, dass die Liefertreue des Gesamtsystems – und nicht nur des einzelnen Auftrags – maximiert und das Umlaufvermögen gleichzeitig minimiert wird.

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Ganzheitliche, bereichsübergreifende Planung der Aufträge und Abläufe

Bei seiner Suche hatte das Projektteam nicht nur die Produktion im Auge, sondern von Beginn an die gesamte produzierende Wertschöpfungskette – vom Vertrieb über Konstruktion, Einkauf, Arbeitsvorbereitung, Fertigung und Qualitätssicherung bis zur Bereitstellung der Pumpe für die Auslieferung. Entsprechend bereichsübergreifend war bereits das Evaluierungsteam aufgestellt: Fertigungssteuerung, Arbeitsvorbereitung, EDV, Produktionsleitung und Supply Chain Management bewerteten die unterschiedlichen Anbieter.

Man entschied sich schließlich für das System Felios von Inform. „Die auf Felios basierende Planung verbindet eine ganzheitliche, bereichsübergreifende Sicht auf die Auftragsnetze, die mit der Fertigung einer Pumpe verbunden sind, mit einer intelligenten Reihenfolgeplanung für jeden dieser Bereiche“, berichtet Schmand.

Felios ist inzwischen als Add-on im ERP-System Infor (LN) in der ersten Ausbaustufe implementiert und hat sich als Planungstool für eine agile, störungsresiliente Supply Chain bewährt. Bei der Berechnung des Auftragsnetzes integriert Felios neben der Fertigung und deren unmittelbar vor- und nachgelagerten Prozessen sowohl die Konstruktion als auch die relevanten Arbeitsschritte bei Kunden und Lieferanten. So wird auch die Konstruktion planerisch mit in die Prozesskette einbezogen. Vom System erhält sie die Bedarfstermine für die Fertigstellung der definitiven Stücklisten, inklusive der individuell anzufertigenden Pumpenteile.

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Prozesse über die komplette Supply Chain integrieren und synchronisieren

Die Beistellpflichten des Kunden sind soweit wie möglich in der Software abgebildet. So werden produktionsrelevante Kundendokumente wie konstruktive Zeichnungen im System mit einem definitiven Beistelltermin versehen und als Fehlteile geführt. Verzögert sich der Liefertermin des Endprodukts, weil ein Dokument nicht rechtzeitig zur Verfügung gestellt wurde, kann Rheinhütte Pumpen dies nun dokumentiert nachweisen. Durch den vorausschauenden Ansatz des Systems wird der Anwender aber auch vorbeugend erinnert, um so eine kundenfreundliche Projektabwicklung gewährleisten zu können.

Die Reihenfolgeplanung der Lieferanten ist über den Einkauf in Felios integriert. Vor Einführung des Systems gab es einen festen Liefertermin für Zukaufteile und Materialien, der nur bei der Erstplanung zur konkreten Produktionssituation passte. Jetzt erhält der Lieferant valide Termine, die die Software bei der Reihenfolgeplanung der Produktionsprozesse festlegt. Das Ergebnis ist auch hier eine bereichsübergreifende und zielgenaue Planung bei erhöhter Prozesssicherheit. Aus der Perspektive von Rheinhütte Pumpen wird Felios damit zur integrierenden Planungsplattform, die die Prozesse über die gesamte Supply Chain hinweg integriert und synchronisiert.

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