Drucklufttechnik

Interaktiver Lernstand sensibilisiert Mitarbeiter für Drucklufteffizienz

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Im zweiten Lernmodul wird der Einsatz von verschiedenen Schlauchdurchmessern und -längen untersucht. Das Verständnis für den Einfluss der geometrischen Eigenschaften des Leitungsnetzes auf den damit verbundenen Druckverlust wird vermittelt. Dieser führt ebenfalls zu einer erhöhten Leistungsaufnahme und damit verbunden zu erhöhten Energiekosten. Als anwendungsnahes Beispiel werden Spiralschläuche eingesetzt. Diese finden häufig Anwendung in der Produktion und verursachen aufgrund ihrer Länge und Form relativ hohe Druckverluste.

Bewusstsein der Mitarbeiter entscheidend für Ortung von Leckagen

Das dritte Lernmodul beschäftigt sich mit der Ortung von Leckagen. Es werden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie man Leckagen identifizieren kann. Neben dem reinen Hören kommen Leckagesprays und Ultraschallmessgeräte zum Einsatz.

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Als Ziel soll der Mitarbeiter realisieren, dass besonders die größeren Leckagen hohe Kosten verursachen. Diese Leckagen sind meist mit der Hand zu spüren oder zu hören. Es wird daher nicht zwingend umfangreiche Messtechnik benötigt, sondern vielmehr das Bewusstsein des Mitarbeiters ist entscheidend.

Im vierten Modul geht es verstärkt um die Transparenz der Druckluftverbräuche in Werkzeugmaschinen. Dort hat der Mitarbeiter nicht direkt die Möglichkeit, Leckagen zu lokalisieren und zu beheben. Mithilfe des Lernstandes wird eine mobile Messung vor Ort durchgeführt, um so die Verluste der Werkzeugmaschine zu bestimmen.

Druckluftverluste in Werkzeugmaschinen oft höher als im Leitungsnetz

Untersuchungen haben gezeigt, dass die Volumenstromverluste in Werkzeugmaschinen deutlich höher sind als die im Leitungsnetz. Die vorhandene Messtechnik und die flexiblen Anschlüsse bieten die Möglichkeit, die Volumenströme vor einer Werkzeugmaschine oder in einem gesamten Fertigungsbereich zu messen. Außerdem kann das Druckniveau im Leitungsnetz beobachtet werden, wodurch sich auch Rückschlüsse auf den Verbrauch ergeben. Langfristige und kontinuierliche Messungen im Produktionsbetrieb sind ebenfalls möglich.

Der interaktive Lernstand zum Thema Drucklufteffizienz bietet eine ideale Möglichkeit, sehr anwendungsorientiert und anschaulich das Bewusstsein von Mitarbeitern zu diesem Thema zu schulen. Zusätzlich zu den Themenmodulen Verluste durch Leckagen, Einfluss der Schlauchgeometrie und der Ortung von Leckagen kann der Lernstand für mobile Verbrauchs- und Leckagemessungen in der Produktion eingesetzt werden.

Der modulare Aufbau bietet weiterhin die Option, einzelne Lernmodule zu erweitern oder gänzlich neue Lernmodule hinzuzufügen. Die Excel-basierte Software ist intuitiv und übersichtlich gestaltet und kann ebenfalls beliebig erweitert werden.

Volkswagen erwirbt eigenen Druckluft-Lernstand

Der Lernstand stellt somit ein sehr gutes Instrument für eine praktische Vermittlung des Themas Drucklufteffizienz im Rahmen von Mitarbeiterschulungen dar und bietet darüber hinaus die Möglichkeit, mittels mobiler Verbrauchsmessungen Verluste im Produktionsbetrieb transparent zu machen.

Der am IPT entwickelte Stand für Drucklufteffizienz kombiniert die Einsatzmöglichkeiten einer Sensibilisierung von Mitarbeitern und einer mobilen Verbrauchsmessung in der Produktion. In unterschiedlichen Projekten wurde der Stand bereits für Verbrauchsmessungen im Werk Wolfsburg der Volkswagen AG eingesetzt und wird durch die gewonnenen Erfahrungen gezielt weiterentwickelt. Zudem hat die Volkswagen AG bereits einen eigenen Druckluftstand erworben, der im Rahmen von Schulungsprogrammen zum Thema Energieeffizienz genutzt wird.

Interessierte Unternehmen können den Druckluftstand am IPT begutachten und testen. Auch individuelle Schulungen sind nach Absprache am Institut denkbar. Weiterhin bietet der Stand durch seinen mobilen Einsatz die Möglichkeit, dass Unternehmen den Stand leihen und Schulungen beziehungsweise Verbrauchsmessungen bei sich vor Ort durchführen.

* Prof. Dr.-Ing. Holger Brüggemann ist Lehrstuhlinhaber am Institut für Produktionstechnik IPT der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in 38302 Wolfenbüttel, Holger Müller ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am selben Institut, Tel. (0 53 31) 9 39-4 58 10, ho.mueller@ostfalia.de

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