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Junge Wilde im Maschinenbau

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Hochflexibel und Kinderleicht im Umgang mit Robotern als Geschäftsidee

Dafür, wie man mit nur wenigen Mitarbeitern eine geniale Idee erfolgreich am Markt etablieren kann, liefert auch die Firma ArtiMinds Robotics GmbH ein gutes Beispiel. Sven Schmidt-Rohr, CEO des 2013 gegründeten und jetzt 13 Köpfe starken Startups, beschreibt die Geschäftsidee: „Hochflexibel und dabei leicht einzurichten – Kunden verschiedenster Branchen wünschen sich diese Kombination für den Einsatz von Industrierobotern schon lange.

Dies war bis vor kurzem jedoch so nicht möglich. ArtiMinds Robotics ist ein Hochtechnologieunternehmen aus Karlsruhe, das mit seiner Softwareplattform die einfache Programmierung von komplexen, flexiblen Roboteranwendungen nun Wirklichkeit werden lässt.“ Industrierobotern mittels Kraftsensoren und Kameras bei der Ausführung komplexer Aufgaben und bei Prozessvarianzen die nötige Flexibilität zu ermöglichen, sei schon seit über drei Jahrzehnten ein Thema von Forschung und Entwicklung.

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Wie Schmidt-Rohr hervorhebt, erreichten jedoch Roboterprogramme, welche Kraft- und Kameradaten intelligent berücksichtigen und in anpassungsfähigen Roboterbewegungen resultieren, schnell eine enorme Komplexität. Daher sei bisher die Erstellung solcher flexiblen, sensor-adaptiven Roboterprogramme nur mit extremem Aufwand durch Fachexperten möglich und entsprechend selten wirtschaftlich gewesen. Auch die Gründer von ArtiMinds forschten bereits seit 2002 am Karlsruher Institut für Technologie an diesem Thema, bis dem heutigen CTO von ArtiMinds, Rainer Jäkel, der entscheidende wissenschaftliche Durchbruch gelang. In der Folge wurden die Erkenntnisse der Grundlagenforschung in einem auf die Bedürfnisse der Industrie maßgeschneiderten Softwareprodukt umgesetzt.

Auf solche Weise können sich insbesondere mittelständische Unternehmen und Startups in zahlreichen Technologiefeldern gegenseitig ergänzen. Dieser Überzeugung ist Jürgen von Wendorff, Vorstand der Beteiligungsgesellschaft Hannover-Finanz-Gruppe. Er erklärt: „Wir haben viele Mittelständler in Deutschland, die ein hervorragendes Geschäft nach einem etablierten, eingefahrenen Geschäftsmodell machen.“ Doch wenn sich Branchen extrem schnell verändern, sei es immer ausgesprochen schwierig, ein in der Vergangenheit bewährtes Geschäftsmodell zu adaptieren und abrupt zu verändern.

Wenn wie im Maschinenbau durch Industrie 4.0 neue Herausforderungen entstünden, brauchten die Mittelständler dafür nicht nur die Ideen, sondern auch letztlich die richtigen Leute. Und sie brauchten ebenso die in den Startups herrschende Innovationskultur. Es gebe zahlreiche Beispiele dafür, dass die neue Idee der Digitalisierung erfolgreich als Geschäftsmodell eingekauft wurde, weil sie schließlich auch die akquirierenden großen Mittelständler befruchtet habe.

Für Deals dieser Art gibt es nur selten Finanzierungsprobleme. „Venture Capital-Investoren suchen vor allem starke Management-Teams mit einer überzeugenden und Wachstum versprechenden Geschäftsidee“, weiß Ulrike Hinrichs vom Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften.

Zwar investierten Venture Capital-Gesellschaften in erster Linie in Startups aus den Bereichen Internet, IT oder Life Science. Aber auch Gründer mit innovativen Ideen aus eher klassischen Branchen wie Maschinenbau, Robotik oder Automatisierungstechnik seien in der Vergangenheit finanziert worden. Gerade aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen kämen immer wieder vielversprechende Startups.

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