Start-ups Junge Wilde im Maschinenbau

Autor / Redakteur: Ulrich W. Schamari / Rosemarie Stahl

Zu Zeiten früherer industrieller Revolutionen hießen sie schlicht: Gründer. Junge Unternehmer, die sich in das Wagnis einer Unternehmung begeben. Viele heutige Global Player fallen in diese Kategorie. Doch wo stehen wir im Zeitalter der vierten industriellen Revolution? Sind Neugründungen seit dem Silicon Valley und reichlich vorhandenem Wagniskapital nicht ein Kinderspiel? Wohl eher nicht, wie folgender Beitrag zeigt.

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Diese Roboter-Anwendung in der Kabelmontage wurde vom Startup Artiminds Robotics programmiert. Das Ziel lautet die Komplexität im Umgang mit den Robotern deutlich zu senken.
Diese Roboter-Anwendung in der Kabelmontage wurde vom Startup Artiminds Robotics programmiert. Das Ziel lautet die Komplexität im Umgang mit den Robotern deutlich zu senken.
(Bild: Artiminds Robotics)

Wir sind an dem Thema erst relativ kurz dran“, räumt Rainer Glatz vom Verband der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) ein, wenn er auf Startups in seiner Branche angesprochen wird. Doch mittlerweile besteht eine verbandsinterne Gruppe, die sich der Startups aus Sicht des Maschinenbaus annimmt.

Dabei will man sich nicht mit den typischen Fragen befassen, die bereits zu Genüge von anderen Verbänden und Organisationen sowie sehr zahlreichen Startup-Initiativen aufgegriffen werden. Hier gehe es, so der im VDMA als Geschäftsführer für den Fachverband Informatik/Software/Elektrische Automation verantwortliche Glatz, meistens um Probleme der Gründung und Finanzierung. Dagegen sondiere der VDMA Themen, die ganz spezifisch für den Maschinenbau relevant seien. Als eines dieser Themen habe man das nachhaltige Wachstum von Startups identifiziert.

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Auf dieses nachhaltige Wachstum sollte die Förderung von jungen Firmen aus Sicht des VDMA stärker ausgerichtet werden, denn das volkswirtschaftliche Ziel könne nicht darin liegen, viele neue Unternehmen zu gründen, um diese dann schnell wieder von der Bildfläche verschwinden zu lassen. „Startups im Maschinenbau sollten sich vielmehr als neuen Mittelstand verstehen, der innovative Geschäftsfelder aufgreift, neue Jobs schafft und langfristig Erfolg haben will“, betont Glatz.

Typische Startups seien im klassischen Maschinenbau bislang eher die Ausnahme. Man rechne allerdings mit einer wachsenden Zahl von Startups wie auch von Spinoffs und Unternehmens-Ausgliederungen in automations- und IT-orientierten Themenfeldern wie Industrie 4.0, Internet der Dinge, Intelligente Sensorik, Additive Manufacturing, Robotics, Adaptive Systeme, Industrielle Apps oder Smart Data. Gerade der Bereich Industrie 4.0 biete sich für Startups an, da viele mittelständische Maschinenbauunternehmen mit den neuen Digitalisierungsthemen überfordert seien und auf externe Unterstützung angewiesen sein würden.

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