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Junge Wilde im Maschinenbau

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Schwerfälligkeit im Maschinenbau bemängelt

Kritik an der Schwerfälligkeit der Maschinenbau-Branche übt jedoch Hergen Wöbken vom Institut für Strategieentwicklung: „Die Unternehmen im Maschinenbau sollten sich mehr mit der digitalen Transformation auseinandersetzen als bisher. Oft machen wir Workshops mit Unternehmen und klären erst einmal, was Digitalisierung im jeweiligen Fall überhaupt heißt und bedeutet.“

Eine besondere Herausforderung sei es, eine Startup-Atmosphäre in einem Großunternehmen zu schaffen. Voraussetzungen seien der Wille und ein wenig Geduld. Ob man Geschäftsbereiche für neue Technologien als Alternative zum Startup-Kauf einrichte oder eigenständige Brutstätten für neue Ideen erwerbe, entscheide sich von Fall zu Fall. Für die Unternehmen im Maschinenbau sei die Erkenntnis wichtig, dass die digitale Transformation keine vorübergehende Modeerscheinung ist.

Dass die Zusammenarbeit mit Startups ein wichtiger Baustein im Innovationskonzept sein kann, hat der Werkzeugmaschinenbauer Trumpf längst realisiert. Christoph Seibert, Leiter des Innovationsmanagements, bestätigt: „Die institutionelle Forschung in Projekten mit mehreren Partnern spielt für uns seit jeher eine zentrale Rolle, um neue Ideen zu entwickeln.“ So werde man demnächst Startups aus dem Bereich Photonics 4.0 treffen, wobei es darum gehe, wie Industrie 4.0 mit Hilfe von optischen Technologien weiter voranschreite. Derartige Zusammenarbeit mit externen Partnern ergänze die Tradition der internen Innovation.

Trumpf-Tochter Axoom vernetzt Unternehmen auf neuer Plattform

Trumpf habe immer wieder interne Startups gegründet, die neue Produkte für neue Märkte entwickeln. Ein Beispiel hierfür sei der Bereich, der sich mit der additiven Fertigung von Metallteilen beschäftigt. Die Entwicklung habe in einem externen Joint Venture begonnen; Ideen und Erkenntnisse daraus flössen heute in die weiteren Verfahrens- und Maschinenentwicklungen ein. Man beobachte und analysiere kontinuierlich Markttrends – so sei beispielsweise im Software-Bereich die heute selbstständige digitale Geschäftsplattform Axoom entstanden, auf welcher sich Unternehmen im Sinne von Industrie 4.0 vernetzen können.

Die Entwicklung von Startups im Maschinenbau hat zwar zögerlich eingesetzt, doch das Potenzial ist dank Themen wie Industrie 4.0 und Produktion der Zukunft riesig, wie Experten unisono bestätigen. Ein zukunftsweisendes Startup im Bereich Machinery/Manufacturing ist beispielsweise die Workaround GmbH in München, ein Teil des CUBE-Netzwerks - einem weltweiten Ecosystem, das die innovativsten Startups mit global agierenden Industrieunternehmen zusammenbringt. Das Team von Workaround hat mit „ProGlove“ einen intelligenten Handschuh entwickelt, der die Arbeit unter anderem in der Produktionsstraße bei der Autofertigung effizienter und ergonomischer macht. Das Produkt ist ein Beispiel dafür, wie ein digitales Zukunftsmodell unsere Arbeitsabläufe beeinflussen und ändern kann.

Transparenz in die europäische Startup-Landschaft soll der erste European Startup Monitor bringen. Er wurde am 4. März 2016 in Berlin offiziell vorgestellt und unterstreicht den wachsenden Einfluss von jungen Unternehmen auf die europäische Wirtschaft. Wie die Studie zeigt, stammen aus dem Bereich Industrie lediglich 7,5% der Teilnehmer. An der Befragung nahmen 2300 Startups mit mehr als 31.000 Mitarbeitern aus allen europäischen Mitgliedstaaten sowie Israel teil. Mit dieser breiten Datenbasis ist der ESM die erste Studie, die länderspezifische Unterschiede verdeutlicht und gleichzeitig europaweite Herausforderungen identifiziert.

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Die Ergebnisse sollen daher auch Entscheidungsträgern in der Europäischen Kommission helfen, gründungsfreundlichere Gesetzgebungsprozesse anzustoßen. Günther Oettinger, europäischer Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, betont: „Für Gründer, Unternehmen, Investoren und politische Entscheidungsträger ist es von großer Bedeutung, Erfolg zu messen, um sich bei zukünftigen Anstrengungen auf jene Bereiche zu konzentrieren, bei denen diese Anstrengungen den größten Erfolg versprechen. Der European Startup Monitor erlaubt hierbei einen systematischen Überblick über jene Bereiche, in denen Wachstum und Innovation innerhalb der digitalen Wirtschaft stattfinden und an welchen Stellen und in welcher Form politische Strategien dabei helfen können.“ Unterstützt wurde die Studie von KPMG, Telefónica und Google. Den Link zur Studie finden Sie hier.

40 kapitalsuchende Startups

Zum 4. Mal bringt die Hightech-Startbahn Hochtechnologie-Unternehmen und Kapitalgeber zum Investorenkongress Hightech Venture Days in Dresden zusammen. Vom 18. bis 19.10.2016 stellen sich 40 kapitalsuchende Startups aus sechs Technologiefeldern (Maschinen/Anlagenbau, Mikro-/Nanotechnologie, IKT, Umwelt-/Energietechnik, Materialwissenschaften, Life Sciences, und Transport und Logistik) in einer Ausstellung und Pitches vor.

Mehr Informationen auf der Webseite von Hightech-Startbahn.

MM

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