Antriebssteuerungen Kompakte Antriebstechnik macht Bio-Raffinerie mobil
Um eine mobile Raffinerie für die Umwandlung von Pflanzenresten in Bio-Kraftstoff auszurüsten, ist kompakte und leistungsfähige Antriebs- und Steuerungstechnik gefragt. Dabei kommt es auf jeden Zentimeter an, denn die gesamte Anlage soll später mit nur drei Lastwagen an den gewünschten Standort zu transportieren sein.
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Geringerer Kraftstoffverbrauch, weniger Schadstoff-Emissionen: Dies sind Vorteile moderner Diesel-Motoren und Gründe, warum der Anteil an Diesel-Fahrzeugen ständig wächst. Die steigende Diesel-Mobilität hat nun auch die Suche nach alternativen Treibstoffquellen angekurbelt, denn die fossilen Energiereserven drohen in einigen Jahrzehnten zur Neige zu gehen. Fündig wurden die Ingenieure bei Abfällen von Pflanzen. Biomasse sowie organische Abfallstoffe können Grundlage für Kraft- und Brennstoffe sein, die in ihrer Beschaffenheit konventionellem Erdöl gleichen.
Direktverflüssigung kopiert die natürliche Erdölentstehung
Für diese Umwandlung ist zwar einiger technischer Aufwand notwendig, keineswegs aber ein Maschinenpark, der ganze Fabrikhallen füllt. Die MME Technology AG, beheimatet im ostwestfälischen Kirchlengern, hat dafür ein innovatives Verfahren konzipiert.
Das Herzstück ist ein Reaktor, der mittels der sogenannten Direktverflüssigung organischer Substanzen (DOS) im Prinzip den Vorgang der Erdölentstehung kopiert – allerdings bedeutend schneller. Trotz kompakter Ausmaße erbringt die Anlage beachtliche Leistungen, zu denen auch Indra-Drive-Antriebssysteme von Rexroth einen wichtigen Anteil beitragen. MME hat die Maschine in Kooperation mit Hochschulen in mehreren Jahren entwickelt und erprobt. Vor einigen Monaten hat die Serienfertigung begonnen.
Im Reaktor herrschen ungefähr 350 °C, so dass die Ausgangsstoffe, beispielsweise Stroh oder Abfälle der Rapsöl-Produktion, innerhalb kürzester Zeit vergasen. Dabei spalten sich die an der Reaktion beteilig-ten Kohlenwasserstoffe von langen in kürzere Ketten. Diesen Vorgang bezeichnet man als Cracken.
Diese kurzen Ketten sind für ein Dieselprodukt von guter Qualität entscheidend. Damit das entsteht, müssen die freiwerdenden Gase im Innern der Maschine noch kondensieren. Dem so gewonnenen synthetischen Diesel wird in einem letzten Arbeitsschritt das Wasser entzogen. In dieser Form kann er jeden herkömmlichen Dieselmotor antreiben.
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