Smart spritzgießen Kompakte Spritzguss-Insider-Zellen arbeiten vernetzt

Redakteur: Peter Königsreuther

Bei Bilora Kunststofftechnik stehen zwei ganz besonders arrangierte Smartpower-Spritzgießmaschinen. Erfahren Sie hier, was darunter zu verstehen ist...

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Diese Kunststoffverarbeitungs-Alternative mit vernetzter Peripherie unterstützt jetzt Bilora: Eine Smartpower 60 und eine Smartpower 90 sind dabei als Insider-Zellen ausgeführt.
Diese Kunststoffverarbeitungs-Alternative mit vernetzter Peripherie unterstützt jetzt Bilora: Eine Smartpower 60 und eine Smartpower 90 sind dabei als Insider-Zellen ausgeführt.
(Bild: Wittmann Battenfeld)

Vor gut einem Jahr wurden bei Bilora zwei servohydraulische Smartpower-Spritzgießmaschinen von Wittmann Battenfeld mit 600 beziehungsweise 900 kN Schließkraft installiert. Das Besondere ist, dass beide Modelle als sogenannte Insider-Versionen geliefert wurden. In einer Insider-Zelle. erklärt Wittmann Battenfeld, ist das Handling der Formteile inklusive Transferband integriert. Auch hat eine solche Zelle eine fix mit der Maschine verbundene Schutzumhausung. Verglichen mit konventionellen Anlagen, heißt es weiter, halbiert dieses Konzept die übliche Stellfläche der Arbeitszelle. Ein Vorteil ist außerdem die vernetzte Peripherie der Systeme.

Das Fazit nach rund einem Jahr Betrieb:

Michael Müller, Geschäftsführer von Bilora, resümiert: „Für die Insider-Maschinen von Wittmann Battenfeld spricht vor allem das platzsparende Design sowie die gute Balance zwischen Werkzeugraum, Schließkraft und Einspritzaggregaten.“ Die CE-Konformität, die keine weiteren Schutzmaßnahmen außerhalb der Maschine nötig mache, die Vollintegration der Roboter und nicht zuletzt die hohe Bedienerfreundlichkeit vervollständigten das positive Bild mit Blick auf eine so gut gesicherte Wettbewerbsfähigkeit.

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Aus einem Entnahmesystem wurde allmählich mehr

Die Zusammenarbeit mit Wittmann Battenfeld begann einst damit, dass bei Bilora eine spezielle Entnahmetechnik installiert wurde. Bilora investierte dazu in Wittmann-Robotersysteme der Baureihen W8 und W9, mit denen bestehende Spritzgießmaschinen nachgerüstet wurden. Bei Bilora werden die Entnahmegreifer mit Sicherheitsabfragen und zusätzlichen Funktionalitäten übrigens selbst gebaut. Die Systeme sind leicht anzubinden, und die Überwachung der Entnahmegreifer durch die Robotersteuerung gewährleistet, dass man die Möglichkeiten des Equipments optimal ausnutzen kann. Weil alles so gut geklappt hat, investierte Bilora auch noch in Wittmann-Temperiergeräte. Und zwar in 1- und 2-Kreis-Ausführung (Wasser bis 160 °C), sowie in Drymax-Trockner und Dosimax-Dosiergeräte.

Vom Stativhersteller zum Automobilzulieferer

Bilora blickt auf bald 112 Jahre Geschichte zurück. Die Gründung erfolgte 1909 als Metallwarenfabrik Kürbi & Niggeloh in Barmen-Rittershausen. Rohrstative, Pendelleuchten und Notenständer prägten das erste Produktportfolio. Den echten Durchbruch schaffte man aber erst 1935 mit der Fertigung von Fotoapparaten. 1956 schlug der Gong gar für die millionste gebaute Kamera. Der erste Schritt in Richtung Kunststoffverarbeitung wurde 1961 getan, weil man erkannt hatte, das Kunststoffe mehr als „Plastik“ sind und man viele Bauteile nacharbeitsfrei spritzgießen kann. Seit 2016 nennt sich das Unternehmen Bilora Kunststofftechnik GmbH. Technische Kunststoffteile in Klein- und Großserie werden heute im 1- oder 2-Komponentenspritzguss gefertigt. Auch Metall-Kunststoff-Hybridteile sind kein Problem. Die Automobilindustrie gehört zu den wichtigsten Abnehmern. Auch bietet Bilora das Bedrucken der Teile und die Baugruppenmontage. Ein eigener Werkzeug- und Formenbau besteht außerdem, sowie eine CAD/CAM-Konstruktionsabteilung.

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