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Komplettbearbeitung mit Bohren und Fräsen verkürzt die Lieferzeit

| Autor: Lutz Jakob

Mit einem Tiefbohr-Fräszentrum wird in große Schrauben ab M64 die erforderliche Heizbohrung eingebracht. Außerdem werden die Stirnseiten der Schrauben gefräst. So verringert sich die Anzahl der Arbeitsschritte um mehr als die Hälfte und die Lieferzeit lässt sich um ein Drittel verkürzen.

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Bild 1: Die mit dem Tiefbohr-Fräszentrum eingebrachte Heizbohrung verläuft gerade durch die ganze Schraube hindurch.
Bild 1: Die mit dem Tiefbohr-Fräszentrum eingebrachte Heizbohrung verläuft gerade durch die ganze Schraube hindurch.
(Bild: Schuster)

Das Anziehen von Schrauben ist keine Frage brachialer Kraftanwendung. Vielmehr ist das richtige Anzugsmoment entscheidend, um die Haltefunktion, aber auch den Zustand der Verbindungselemente zu gewährleisten. Große Schrauben ab M64 werden erwärmt, um mit thermischen Effekten die manuelle Beanspruchung zu verringern.

Integration von Bohren und Fräsen vereinfacht Fertigungsprozess

Die dafür erforderliche Heizbohrung wird bei der Schuster GmbH mit einem Tiefbohr-Fräszentrum von Samag erstellt, das außerdem die Stirnseiten der Schrauben fräst. Durch diese Integration der Arbeitsschritte wurde der Fertigungsprozess entscheidend vereinfacht. Der Sonderschraubenspezialist hat als Hauptabnehmerbranchen die petrochemische Industrie und den Anlagen- und Turbinenbau, beliefert aber auch den technischen Großhandel. Das Spezialgebiet von Schuster sind warmfeste Schrauben, Dehnhülsen und Muttern nach DIN 2510. Jedes Jahr verarbeiten die 54 Mitarbeiter 1100 t Stahl zu 3,5 Mio. Befestigungselementen.

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Damit die Schrauben mit der richtigen Festigkeit – ohne Spiel und schädigende mechanische Beanspruchungen – angezogen werden, ist es üblich, sie ab der Größe M64 zu erwärmen. Dazu wird mittig in den Schrauben eine sogenannte Heizbohrung angebracht, in der ein Heizstab die Schraube erwärmt. Dieser Schritt verringert die Belastungen, die beim manuellen, drehmomentgenauen Anziehen einwirken, und die aufgesetzte Mutter zieht sich beim Abkühlen zusätzlich selbst an.

Tiefbohr-Fräszentrum sorgt für Genauigkeit

Ein Tiefbohr-Fräszentrum der Baureihe TFZ 2 sorgt bei Schuster für die nötige Genauigkeit, nicht nur beim Tiefbohren, sondern ebenso bei der Fräsbearbeitung der Schraubenstirnseiten. Durch die Komplettbearbeitung mit Bohren und Fräsen wird bei den Schrauben bis zur Größe M140 die Anzahl der Arbeitsschritte um mehr als die Hälfte verringert. Wenn statt vorher sieben nun nur noch drei Schritte nötig sind, liegen die Vorteile auf der Hand.

Die Vergabe von Arbeitsschritten an externe Partner birgt immer gewisse Risiken. Transportwege verzögern die Lieferung, es sind zusätzliche Prozessschritte erforderlich und der Einfluss auf die Bearbeitungsqualität ist begrenzt. In dieser Situation entschied man sich bei Schuster für das Tiefbohr-Fräszentrum von Samag, um die Heizbohrung selbst vorzunehmen und mit dem TFZ auch die Stirnseiten der Schrauben zu fräsen.

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