PLM

Kontinuierliche Weiterentwicklung der Fertigungsstrukturen nötig

Seite: 2/4

Anbieter zum Thema

Viele Hidden Champions in der von der Studie untersuchten Fertigungsindustrie

Obwohl diese Umsatzzahlen zeigen, dass weitgehend große Unternehmen in die Studie einbezogen wurden, sind ihre Ergebnisse auch für den deutschen Markt von besonderer Relevanz. Denn es sind nicht nur die großen deutschen Firmen weltweit erfolgreich aktiv, sondern gerade der Mittelstand (Unternehmen bis 50 Mio. Euro Umsatz) trägt ein erhebliches Maß dazu bei. In Deutschland gibt es mit 1300 mittelständischen Weltmarktführern (Stand 2012) so viele der sogenannten Hidden Champions wie in keinem anderen Land. Die USA folgen als Zweiter mit 366 weit dahinter. Besonders stark vertreten sind sie im Maschinenbau, der Elektroindustrie und allgemein bei Industrieprodukten, also in der von der Studie untersuchten Fertigungsindustrie.

Der Anteil der KMU am gesamten Exportumsatz deutscher Unternehmen lag 2010 mit.etwa 190 Mrd. Euro bei fast 20 %. Dieser Umsatz wurde von 345.000 Unternehmen generiert, das waren knapp 98 % aller deutschen Exportunternehmen. Die Stärke des deutschen Mittelstandes resultiert dabei auch aus seiner hohen Innovationskraft: im Zeitraum von 2008 bis 2010 brachten beispielsweise 54 % eine Innovation auf den Markt (Daten vom Bundesministerium für Wirtschaft, „German Mittelstand: Motor der deutschen Industrie“).

Sich den Marktveränderungen stellen um wettbewerbsfähig zu bleiben

Diese Fakten belegen, dass sich auch der deutsche Mittelstand in hohem Maße den globalen Marktveränderungen stellen muss, um künftig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Oxford-Studie ermittelt sieben Kräfte, die in Summe das Potenzial haben, grundlegende strukturelle Veränderungen in der produzierenden Industrie auslösen – „möglicherweise in einem Ausmaß, wie wir es seit der ersten industriellen Revolution nicht mehr erlebt haben“, so James Heppelmann, CEO von PTC. Die sieben von den Führungskräften genannten Marktentwicklungen (Bild 2), die das globale Umfeld der Fertigungsunternehmen verändern, sind:

  • Verlagerung der Märkte (66 %) aufgrund rezessiver Trends in den Industrieländern und der steigenden Bedeutung von wachstumsstarken Schwellenländern. Laut einer McKinsey-Studie sollen 2015 bis zu 70 % der weltweiten Nachfrage aus Entwicklungsländern kommen.
  • Technologischer Wandel (61 %): Innovationen wie das Internet der Dinge (Industrie 4.0), Big Data, mobile Geräte, 3D-Druck, Social und Cloud Computing wurden als Zweithäufigstes genannt. Damit zusammen hängen Trends, wie die auch heute noch weiter fortschreitende Digitalisierung (zum Beispiel digitale Medien von Entwicklung über Produktion bis zum Service), der wachsende Softwareeinsatz auf allen Ebenen, speziell auch in Verbindung mit „intelligenten“ Produkten, sowie die sich überall ausbreitende Vernetzung, die es ermöglicht, Produkte online zu überwachen oder zu warten.
  • Personelle Herausforderungen (60 %) durch Fachkräftemangel in den Industriestaaten und fehlendes Management-Know-how in den Schwellenländern – vor allem in Schlüsselmärkten und -funktionen.
  • Komplexität des Wertschöpfungskette (60 %) durch verteilte Beschaffung, Entwicklung und Produktion, weil mehr Partner im Hinblick auf weitere Qualitäts-, Compliance- und Risikoaspekte verwaltet werden müssen.
  • Stärkerer weltweiter Wettbewerb (59 %), sodass Unternehmen ihre inländischen Märkte gegenüber Konkurrenten aus Übersee verteidigen und gleichzeitig für langfristiges Wachstum neue Märkte erobern müssen.
  • Zunehmende Regulierung (46 %) aufgrund von Umweltbedenken und auf Standards basierenden Faktoren wie der Einhaltung von ISO-Normen, die in einer immer stärker vernetzten Welt gelten. Die Kosten für die Einhaltung solcher Vorgaben sollen laut einer MAPI-Studie (Manufacturers Alliance for Productivity and Innovation) erheblich schneller wachsen als die Wirtschaft insgesamt.
  • Verändertes Kundenverhalten (45 %), z.B. fragmentierte Kundennachfrage. Standardprodukte reichen für einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil nicht mehr aus, da individuelle Kundenpräferenzen immer mehr in den Vordergrund rücken. Das Ziel muss deshalb sein, skalierbare Lösungsansätze zu entwickeln, die von regionaler und marktspezifischer Anpassung bis hin zu den ganz persönlichen Wünschen und Vorlieben reichen.

(ID:42558760)