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Kontinuierliche Weiterentwicklung der Fertigungsstrukturen nötig

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Neue serviceorientierte Geschäftsmodelle und unternehmensweite Innovationen

Heute betrachten Fertigungsunternehmen Servicedienstleistungen wie Reparatur oder Wartung nicht mehr nur als Anhängsel des Produktverkaufs, sondern als klares Wertangebot und eigenständigen Umsatzträger. 77 % der Führungskräfte sehen im Service einen Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit – bei europäischen Unternehmen sogar 82 % (Bild 6). 70 % wollen bis 2015 die Servicedienstleistungen als Alleinstellungsmerkmal nutzen und mehr als die Hälfte plant, den Service als Profitcenter zu etablieren. Andere Strategien zur Serviceaufwertung sind leistungsbezogene Wartungsverträge (70 %) oder auch der Verkauf des Produkts als Dienstleistung, wie bei Rolls-Royce. Der britische Flugzeugmotorenhersteller verkauft seinen Kunden in einem speziellen Angebot nicht Motoren, sondern Nutzungszeit. Generell lebt das servicebasierte Wertangebot von den Kundendaten, deshalb sehen 60 % Ferndiagnoseverfahren auf Basis von softwareintensiven, intelligenten und vernetzten Produkten als einen wichtigen Baustein.

Die stärkere Konzentration auf intelligente Produkte deutet laut einem CTO im persönlichen Interview darauf hin, dass Produktlebenszyklen und Kundenerlebnis für den Wandel wichtiger werden als das reine (Hardware-)Produkt. Damit sei Innovation die Aufgabe aller Bereiche und nicht nur der Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Innovationen erforderten neben der technischen Herausforderung auch eine strategische Blickrichtung, um Trends zu nutzen. Branchenübergreifend setzen Unternehmen mit ihren Innovationen auf Produktstrategie und -entwicklung (76 %), Lieferkette (68 %) und Service (68 % - jeweils in drei Jahren). Ein anderer Trend ist die „reverse Innovation“: hierbei werden Produkte oder Dienstleistungen für Schwellenländer entwickelt und dann in die gesättigten Märkte zurückgebracht (50 % in drei Jahren). Ein weiterer wichtiger Trend, der in den kommenden drei Jahren um 125 % steigen wird und dann 58 % der Fertiger betrifft, ist, dass Unternehmen weltweit entwickeln, fertigen und Serviceleistungen anbieten werden.

Revolutionäre Produktinnovationen müssen auch auf die Managementebene getragen werden

Das Ergebnis der Studie, dass Strategie und Planung auch bei technischen Innovationen die Basis sein muss, gilt sicher auch für die in Deutschland forcierte Entwicklung von cyberphysischen Systemen im Rahmen von Industrie 4.0. Nur wenn revolutionäre Produktinnovationen auch auf die Managementebene getragen werden, können die dazu optimalen Geschäftsmodelle eingerichtet werden. Und die werden letzten Endes helfen, dass sich die Innovation im Unternehmen und am Markt trotz aller Widerstände durchsetzt. Diese These belegen auch aktuelle Untersuchungen von Prof. Dr. Hans-Georg Kemper an der Universität Stuttgart, der der Frage nachgegangen ist, „ob eine industrielle Revolution allein durch die Existenz neuer Techniken initiiert wird – oder letztere eher als Befähiger innovativer Geschäftsmodelle und –prozesse ihren Beitrag für einen schnellen industriellen Fortschritt geleistet haben.“ MM

* Weitere Informationen: Parametric Technology GmbH in 85716 Unterschleißheim

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